Nice try, PayPal.Me

PayPal tut anwenderfreundlich, agiert unflexibel

Letztes Frühjahr kam meine Tochter zur Welt, es standen Veränderungen im Hausstand an. Wir versteigerten Etliches über ebay Kleinanzeigen. Just zu jener Zeit hörte ich zum ersten Mal von PayPal.Me: im Grunde eine feine Sache, kann man doch damit einen Link erstellen, über den ein Käufer eine bestimmte Summe direkt per PayPal überweisen kann. Praktisch bei Käufern, die keine Erfahrung mit PayPpal haben. PayPal selbst schreibt:

Einfacher wird’s nicht

PayPal.Me ist eine einfache und charmante Art, Ihre Freunde und Familie daran zu erinnern, dass Sie noch Geld bekommen. Schicken Sie ihnen einfach den Link.
Jeder kann mitmachen

Für PayPal.Me brauchen Ihre Freunde und Familie lediglich ein kostenloses PayPal-Konto. Und wenn sie noch keines haben, können sie in Nullkommanix eines eröffnen.
Es ist blitzschnell

Überweisungsformulare ausfüllen? Warten, bis die Überweisung da ist? Och nö. Mit PayPal.Me senden Sie Geld im Turbotempo.

Voller Enthusiasmus startete ich einen ersten Versuch – und wies meinem persönlichen Link im Eifer des Gefechts einen Namen zu, der sich auf einen zu diesem Zeitpunkt zu bezahlenden Gegenstand bezog, nennen wir ihn „Schnullipups“. Seither lautet mein PayPal-Me-Link sinngemäß paypal.me/schnullipups. Das ist, wie man sich vorstellen kann, nur mittelprächtig geeignet, um auf Käuferseite einen seriösen Eindruck hervorzurufen.

Ja, PayPal weist in den AGB darauf hin, dass „Pro PayPal-Konto immer nur ein PayPal.Me-Link aktiv sein [kann]. Einen einmal erstellten PayPal.Me-Link können Sie nicht mehr ändern. Überlegen Sie sich den Namen also gut.“ Mir entging dieser Hinweis damals. Da ich mir allgemein eine gute bis sehr gute Textverständniskompetenz attestiere, wundert es mich schon, wie so etwas passieren konnte.

Wie dem auch sei – heute rief ich beim PayPal-Kundendienst an und schilderte meine Situation: dass ich den Link de facto nicht mehr nutze, weil es gar zu albern ist. Und traf auf Bedauern, aber da könne man wirklich nichts machen.

Eine solche Haltung haut mich um! In meiner sicher sehr vereinfachten technischen Vorstellung ist mein Name bzw. Nutzerkonto in irgendeiner Datenbank mit dem bestehenden Link verknüpft. Softwareseitig sollte es also kein Problem sein, darauf zuzugreifen und etwas zu ändern. Als ich diesen Verdacht meinem Mann unterbreitete, stimmte er mir zu, dass es „wahrscheinlich jetzt eine 1:1-Verknüpfung ist, und es stattdessen in eine 1:n-Verknüpfung umgewandelt werden sollte“. (Das ist mir „z’abschdraggd“, aber ich vertraue seinem Sachverstand.)

PayPal.Me war also eine schöne Idee: ich konnte sie immerhin einmal nutzen. Danke, PayPal. Dass das Unternehmen ansonsten einfach nicht helfen will – das ist nun eben mein Eindruck. Und: ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich die einzig Doofe auf diesem Planeten sein soll. Es würde mich also interessieren, wie viele Paypal.Me-Links de facto ungenutzt, da unbrauchbar geworden, sind.

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