Märzenbecherblüte im Polenztal

Märzenbecherblüte im Polenztal: dieses Naturschauspiel in Augenschein zu nehmen, hatten wir uns schon ein paar Jahre vorgenommen, aber leider verpassten wir immer den rechten Zeitpunkt.

Nun neigte sich am Wochenende ein zweiwöchiger Besuch meiner Mutter seinem Ende zu, und da sie uns aufopfernd bei der Pflege des windpockenkranken Bubeles unterstützt hatte, um mir und meinem Mann den Rücken für den Nestbau frei zu halten, wollten wir uns mit einem schönen Ausflug und einem Tag mal ganz ohne Verpflichtungen bedanken.

Mit dem Teilauto fuhren wir aus der Stadt hinaus. Der Anblick von Burg Stolpen provozierte einen Monolog des Bubele über „Rittern“ und 1000 Fragen, warum es diese heutzutage nicht mehr gibt. Noch vor einem Abzweig nach Stolpen sahen wir ein ruinöses, dennoch imposantes Landgut.

Im Polenztal angekommen, merkten wir, dass es leider immer noch sehr kalt war. Auch drangen keine Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Dennoch reihten wir uns in die Menge, die das Polenztal zu Fuß erkundete. Am besten gefiel es wohl dem Bübchen: jeder Stock, jeder Stein, jedes Ast- und Erdloch bot Anlass zu hingebungsvoll-selbstvergessenem Spiel.

Hingebungsvoll waren auch die beiden Fotografen mit Profi-Ausrüstung, denen wir sowohl auf dem Hin- als auch eine halbe Stunde später auf dem Rückweg beim Fotografieren ein und desselben Märzenbecher-Büschels zusehen konnten.

Ich frage bei solchen Motiven einfach meinen Mann:

Zum Glück hatte er auch die Idee gehabt, gleich bei der Ankunft einen Tisch in der rappelvollen Bockmühle zu reservieren. Eine Stunde später und ziemlich durchgefroren, freuten wir uns über frische Rathmannsdorfer Forellen.


Die Bedienung trug Nasenring und den Ansturm mit Fassung. Angesichts der Umstände war ihre Freundlichkeit doppelt erfreulich.

Zurück im Auto, schlief das Kind sofort ein, so dass wir die Zeit für einen spontanen Abstecher nach Schmilka nutzten, wo mein Mann und ich am Reformationstag ein zauberhaftes (hier leider undokumentiert gebliebenes) Wochenende im ehemaligen Forsthaus verbracht hatten.

Kaffee und (wagenradgroßen) Kuchen gabs in der urgemütlichen Mühlenbäckerei. Sogar die Sonne zeigte sich noch.

Auf dem Heimweg jedoch merkte ich, wie meine Kräfte schwanden. Für mich war es genug gewesen, zuhause fiel ich wie tot ins Bett.

Wer die Märzenbecherblüte im Polenztal selbst erleben möchte, dem sei das liebevoll gepflegte Märzenbecher-Tagebuch empfohlen.

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3 Kommentare zu Märzenbecherblüte im Polenztal

  1. Mariesche sagt:

    Mein erster Gedanke bei der Lektüre: Uaaaaahhhh, Windpocken… Ich hoffe, Ihr Eltern seid verschont geblieben?
    Mein zweiter Gedanke: Wir müssen RAUS! Und zwar nicht nur an die Elbe und sonstige Naherholungsgebiete, sondern auf Märzenbecher-Expedition oder zum Stöcke ins nicht Elbe oder Prießnitz heißende Wasser werfen…
    Übrigens hat J. glaube ich jedem Märzenbecher im Garten meiner Mutter persönlich begrüßt…

  2. Mariesche sagt:

    Ich dachte in erster Linie an uns. ;-) OK, KLartext: an mich, meinen Mann und unsere Kinder, aber einen Familienwandertag mit Dir, FRV, Bubele und Bauch fände ich auch schön!

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