Mein Möbel-Blues, mein Nestbau-High

Ich bin im siebten Monat schwanger, von Zur-Ruhe-Kommen keine Spur. Im Zuge des Der-Dreijährige-braucht-endlich-ein-Kinderzimmer und des Unser-Home-Office-ist-eh-seit-Jahren-nur-noch-Rumpelkammer, wuchs sich die Büro-zu-Kinderzimmer-Transformation zu einer allumfassenden Jetzt-oder-Nie-Evaluation der Wohnung aus, deren Genese sich vom Studentenwohnheimzimmer über die Junggesellinnenbleibe hin zum ersten Zusammenziehen zweier DINKYs zum Leben mit erst einem, nun bald zwei Kindern vollzog.

Ergebnis: Kein Stein bleibt auf dem Anderen, kein Auge trocken, kein lange lieb und teuer gehaltenes Sentiment, das nicht über Bord geworfen werden würde.

Ich bin radikalisiert, anders kann ich es nicht beschreiben. Was nutzt mir der schönste Jugendstilschrank, wenn die Kleider von vier Menschen sich vor allem außerhalb dessen in der Wohnung türmen? Was der Ehebett-große Gründerzeit-Schreibtisch, wenn er statt ellenlanger Rollen mit Architekturzeichnungen nur noch einen Laptop tragen muss? Was die Vintage-Vitrine, wenn das Bubele am liebsten Bälle in die Scheiben pfeffert?

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mal so sang- und klanglos loslassen würde, woran mein Herz und auch meine Wurzeln hingen. Aber: Tempora mutantur, et nos mutamur in illis. Ich bin nicht mehr nur ich, ich bin Mutter, ich bin Teil einer Familie, und die Anforderungen sind radikal andere.

Vielleicht werde ich es irgendwann bereuen. Aber meiner Erfahrung nach lebt man mit Kindern so sehr im Hier und Jetzt, dass es unwichtig ist, ob das Heim mit Stil- oder Schwedenmöbeln bestückt ist.

Ich freue mich so sehr auf die Zukunft mit meinen beiden Kindern, dass mir alles Andere fast egal ist.

Wer sich an meiner Misere (buh-fucking-huh) bereichern will: bitte hier entlang. Die Liste wird ständig erweitert und aktualisiert.

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5 Kommentare zu Mein Möbel-Blues, mein Nestbau-High

  1. Theres sagt:

    Hachja… wenn ich gerade Platz hätte, hätte ich mir einige von den Möbelstücken noch zwei, drei mal genauer angeschaut. Ich wünsch‘ dir, dass sie in gute Hände geraten!

  2. Miss Mao sagt:

    Och mönsch, die schönen Sachen. Die habe ich immer bewundert, lauter kleine Einzelstücke. Ich blieb noch deutlich länger – stilistisch – an der Studentenbude hängen.
    Inzwischen weiß ich 1.) wie toll kleine alte Schätze Akzente setzen können und 2.) was man als Eltern alles umkrempeln muss. Nicht nur die Wohnungseinrichtung.
    Ich bin gespannt auf das „Familie hoch vier“-Apartment. Bis bald!

  3. Christiane sagt:

    Ich werde verrückt!
    Herzlichen Glückwunsch!!! Das ist ja großartig!!!
    Alles Gute für Euch fast-4! :-)

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