Zitronenzucker und Anderes aus Zitrusfrüchten

Uff! 33 ° C! Wer wollte bei diesem Wetter kochen? Darum gab’s heute Mittag einfach „a quick rummage through the fridge„. Also etwas, bei dessen Zubereitung man möglichst lange vor dem geöffneten Kühlschrank stehen kann, um Zutaten rauszuholen. Bei uns war das: griechischer Joghurt mit Nektarinen und Blaubeeren, garniert mit Mandelsplittern sowie, als kleinem Clou, Zitronenzucker.

Mittagessen bei 33 °C: Griechischer Joghurt mit Obst und Zitronenzucker.

Mittagessen bei 33 °C: Griechischer Joghurt mit Obst und Zitronenzucker.

Letzteren kann man für teures Geld kaufen (und bekommt dann zwecks optischer Aufwertung außer Kurkuma auch noch zweifelhafte Zusatzstoffe, die laut Zutatenliste „Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ können), oder man macht ihn einfach selbst. 

Dazu einfach jegliche Zitrusfrüchte dünn abreiben (ich benutze dazu eine Duo-Reibe von LURCH, die die Zutaten nicht zerreibt, sondern hauchdünn schneidet) und in beliebigen Anteilen (je nachdem, wie intensiv der Geschmack ausfallen soll) mit weißem oder Rohrohrzucker mischen.

Ich wollte zunächst nicht zu viel ansetzen, weil ich nicht wusste, ob die Mischung schimmeln würde. Bis jetzt hält sie sich im Kühlschrank schon mehrere Wochen.

Natürlich verklumpt der Zucker aufgrund der in der Zitronenschale enthaltenen Feuchtigkeit; mich stört es bisher nicht. Man kann die Schale jedoch vorher im Ofen trocknen. Ich denke aber, dass auf diese Weise etwas vom Aroma verloren geht. Alternativ kann man das Zucker-Zesten-Gemisch auf Backpapier trocknen lassen. Das ergibt ziemliche Klumpen, die man anschließend in einer Mühle fein mahlen kann, was bestimmt einen ziemlich exklusiven Puderzucker abgibt.

Übrigens: das Alles geht natürlich auch mit Salz statt mit Zucker. Schmeckt wunderbar zu Salaten, Dips, oder auf Fisch und Kalbsschnitzeln.

Ich könnte mich beinahe ärgern, dass ich jahrelang eine so vielseitige Zutat wie Zitronenschale weggeschmissen habe! So ein Gläschen Zitronenzucker (oder -salz) ist sommers wie winters ja auch ein wunderbares Mitbringsel für Feinschmecker. Besonders gut gefällt mir die Idee, den Zitronenzucker in Reagenzröhrchen zu geben – so hat man gleich noch einen individuellen Geschenkanhänger.

Oder aber man fügt noch Öl hinzu und hat ein natürliches, pflegendes Peeling.

Nachdem man Zitronensaft und -schale verwendet hat, kann man daraus immer noch und im Nu (wirklich!) umweltfreundlichen, billigen Zitrusreiniger herstellen – in meinem Haushalt die letzte Ruhestätte aller Zitrusfrüchte, die zu hart für eine Verwendung in der Küche geworden sind. Das Rezept findet man auf dem wunderbaren Selbermachblog Langsamer Leben.

Zitrusreiniger und Zitronenzucker, beide aus eigener Herstellung.

Zitrusreiniger und Zitronenzucker, beide aus eigener Herstellung.

Zum Schluß noch zwei lesenswerte Links, auf die ich bei der Recherche stieß:

„Der Knackpunkt liegt natürlich darin, dass für konventionell angebaute Zitrusfrüchte nur das als „Behandlung“ gilt, was „nach der Ernte“ auf die Früchte aufgetragen wird. Alles, was dagegen vor der Ernte aufgespritzt wird, muss nicht gekennzeichnet werden.“

Dazu zählen u. a. Orthophenylphenol (E231), Natriumorthophenylphenol (E232), Thiabendazol und Imazalil. Nichts davon klingt, als möchte ich es zu mir nehmen.

„Da Zitrusfrüchte eine natürliche Wachsschicht bilden, ist es sinnvoll, sie warm abzuwaschen. Auf diese Weise lassen sich Schmutzpartikel noch besser entfernen.“

(Und schon fällt mir wieder Charlotte Roche’s Feuchtgebiete ein …)

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5 Kommentare zu Zitronenzucker und Anderes aus Zitrusfrüchten

  1. stefanolix sagt:

    Zucker und Schalen: Da fällt mir die Zweitverwertung von Vanilleschoten ein. Wenn man das Mark verwendet hat, kann man die Schale der Schote grob schneiden und in einem kleinen Glas oder Keramikgefäß mit Zucker ansetzen. Das kann auch kleine Klumpen entstehen lassen, aber die lassen sich ganz leicht zerdrücken (und bei den meisten Gerichten mit Vanillezucker spielt es eh keine Rolle).

    BIO-Zitronen und BIO-Bitterorangen sind auch mit diesem Siegel ganz normales Obst, das man ja eigentlich immer vorsichtig wäscht oder abreibt. Klares lauwarmes Wasser verwenden, mit Küchenpapier zart trockentupfen – und dann das Obst weiterverarbeiten. So habe ich es mir zumindest angewöhnt ;-)

    • Ja, Vanillezucker stelle ich auch seit Jahren so her. Als nächstes ist mal Lavendelzucker dran.

      Statt zartem Trockentupfen würde ich kräftig rubbeln – auf diese Weise werden schon ein paar Zellen zerquetscht und der Saft beginnt zu fließen.

  2. Eyachfreund sagt:

    He, wo kommt denn die Schramberger Majolika-Schüssel her? Erinnert mich an meine Jugend in der Nachkriegszeit.

  3. Pingback: Süßes am Sonntag: Backen mit Bubele | Journal ohne Ismus

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