Von Schlaglöchern und einer schönen Serie

„For it is as if the cold and the damp have returned.“

~ Lars von Trier, The Kingdom (Riget) in der englischen Fassung.

Dresdens Untergrund bewegt sich. Heftige, andauernde Regenfälle führten gestern dazu, dass die Bodenplatten im Innenhof des Barockhauses, in dem sich mein Büro befindet, nach unten absackten.

Heute früh sah ich eine solche Unterspülung auf dem Bischofsweg, und das Neustadtgeflüster vermeldet Selbiges von der Louisenstraße.

Ich empfinde ja solche Löcher als schön gruselig, setzt bei mir das Phänomen doch Assoziationen an den Vorspann zu Geister frei, einer TV-Serie aus dem Jahr 1994 – aufgrund der ihr eigenen Atmosphäre und den skurrilen Einfällen des Regisseurs Lars von Trier nach wie vor eine meiner Lieblingsserien, die ich mir wieder und wieder anschauen könnte.

Prämisse der Handlung ist die Annahme, dass im Zuge der Aufklärung die Wissenschaft von der dinglichen Welt den Status einer neuen Religion erlangte, in deren Namen jedoch abscheuliche Verbrechen begangen wurde, welche nun mit Hilfe der Welt des Übersinnlichen gesühnt werden sollen.

Besagter Vorspann erzählt in einer Art Prolog die Geschichte des Königlichen Reichskrankenhauses von Kopenhagen, welches auch unter dem Namen „Riget“ (dt. Königreich, daher auch der englische Titel der Serie, The Kingdom) bekannt ist.

Demzufolge stellte es bereits einen Akt des Hochmuts dar, das einstige Sumpfland trocken zu legen, welches die Wäscher für ihr Gewerbe genutzt hatten, um auf demselben Areal das Reichskrankenhaus zu errichten.

Lars von Trier nimmt nun einerseits die Metapher, dass etwas auf Sand gebaut sei, ganz wörtlich, indem er im Vorspann die Betonmauern des Krankenhausgebäudes zum Einstürzen bringt (Link führt direkt zu besagter Stelle). Dieses Motiv taucht in der Serie als Running Gag auf, wenn z. B. der Kleinkrieg der Ärzteschaft um den besten Parkplatz durch ständig absackende Bodenplatten noch zusätzlich befeuert wird.

– Was hier nach großem Mystery-Trash klingt, ist tatsächlich eine stilsichere Erkundung von Themen wie der Geschichte der Naturwissenschaft, Spuren des Okkulten in unserer Zeit sowie ganz allgemein der Moral und der conditio humana.

„Die Fernsehproduktion wurde aufgrund des schwarzen Humors und hervorragender schauspielerischer Leistungen der Darsteller gelobt. Lars von Trier vereinigte Elemente aus dem Horrorfilm mit denen aus Krankenhausserien. Trotz der Kameraführung im Dogma 95-Stil, welche nicht als massentauglich gilt, war die Serie ein so großer Erfolg, dass eine weitere Staffel gedreht werden sollte, um bisher unbeantwortete Fragen aufzulösen.

Im Jahr 1997 wurde mit der ursprünglichen Besetzung die zweite Staffel gedreht, welche nahtlos an die erste anschloss, jedoch noch mehr Fragen offenließ als die erste. Lars von Trier schrieb ein Skript für die dritte Staffel, doch die Hauptdarsteller Ernst-Hugo Järegård und Kirsten Rolffes sowie drei weitere Darsteller starben und die dritte Staffel wurde nie produziert“.

[Quelle:Geister bei Wikipedia.]

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