Kreta-Urlaub 2013: Urlaubslektüre

In diesem Urlaub wollte ich habe ich folgende Bücher gelesen (einiges Mitgebrachtes, Anderes aus der Bibliothek meiner Tante):

  • Stella Bettermann, Ich trink Ouzo, was trinkst Du so?, Bastei Lübbe 2010.
    Eine leichthändig verfasste Erinnerung an die Kindheit und Jugend der Autorin als Tochter einer griechischen Mutter und eines deutschen Vaters. Die in den amazon-Bewertungen oft geäußerte Kritik, das Buch sei nicht komisch, verdankt sich meiner Meinung nach der Entscheidung des Verlages, es schon äußerlich an die Aufmachung von Jan Weilers Maria, ihm schmeckt’s nicht anzulehnen. Stella Bettermann möchte aber gar nicht auf dessen Erfolgswelle mitreiten. Und warum jemand, der (ebenfalls in den Kommentaren auf amazon) „etwas in der Art von My Big Fat Greek Wedding“ erwartet, sich nicht einfach den Film ansieht, entzieht sich meinem Verständnis. Vieles, was Bettermann beschreibt, konnte ich mit eigenen Augen beobachten, vor allem, wie griechische Eltern mit Kindern umgehen: einerseits äußerst liebevoll, andererseits für meine Begriffe angesichts eines kleinen Schnupfens meines Sohnes völlig überbesorgt (wir sollten ihn nicht rauslassen und am besten gleich mit ihm ins Krankenhaus). Auch, um mir das eine oder andere Quentchen Griechisch einzuprägen, hat es gereicht. Als Urlaubslektüre bestens geeignet.
  • Christin Hißnauer (Hg.,), Klassiker der Fernsehserie, Reclam 2012.
    Das Buch versammelt bekannte und weniger bekannte Klassiker sowohl des deutschen als auch des angloamerikanischen Sprachraums, mit gelegentlichen Ausflügen nach Osteuropa und Südamerika. Die durchgängig auf akademischem Niveau gehaltenen Essays sind kurz und prägnant gehalten. Die Schwerpunkte liegen auf der Herausarbeitung des jeweiligen Innovationspotentials einer Serie und dem Aufzeigen, wie diese andere Serien beeinflusst hat. Kurzweilige Lektüre mit Tiefgang.
  • Karin Guse, Kreta – mir ist, als würde ich heimkehren, Efsthatiadis Group 1995.
    Ein schmales Bändchen, eine durch und durch persönliche Liebeserklärung an Kreta, herzallerliebst mit eigenen Fotos der Autorin und in eigenwilligem Satzspiegel gestaltet, wechseln sich subjektive Erinnerungen und faktische Informationen der Wander- und Motorradbegeisterten ab. Hat mich mit seiner eigenwilligen Poesie verzaubert.
  • Ingrid und Peter Schönfelder, Was blüht am Mittelmeer? Die Pflanzenwelt des Mittelmeerraumes, Kosmos 2000 (1987). Informativ aufgebauter Führer in handlichem Format.
  • Max Velthuijs, „Was ist das?“, fragt der Frosch, Sauerländer
    Ein Kinderbuch über den Tod. Während der ersten Tage erfand ich zu den Bildern immer einen vollkommen anderen Text, aber nachdem innerhalb eines Tages zunächst ein toter Hund im Garten lag und dann auch noch die Katze meiner Tante vergiftet am Strand lag, fand ich, es sei an der Zeit, das Buch vorzulesen.
  • Myrsini Lambraki, Kräuter, Gemüse, Früchte: Der Schlüssel zur Mediterranen [sic!] Diät, ohne Verlag 2001.
    Wer mich kennt, weiß, dass ich nie und nimmer ein Buch mit dem Wort „Diät“ im Titel lesen würde. Der Untertitel darf aber angesichts der Umschlaggestaltung getrost als Fußnote bezeichnet werden. Das Buch an sich ist eine Fundgrube wirklich ungewöhnlicher Rezepte, die neugierig machen. Es ist bebildert mit alten Pflanzenstichen und Zeugnissen der Archäologie, die die lange Geschichte dieser Küche belegen. Leider ist die Bindung von schlechter Qualität, und das Layout wirkt bereits etwas veraltet. Wer aber die regionale griechische Küche jenseits von Moussaka und Co. kennenlernen möchte, dem sei hierzu geraten.
  • Maria & Nikos Psilakis, Die Kretische [sic!] Kochkunst: Das Wunder der kretischen Ernährung – Die gesündeste Küche des Mittelmeeres
    Ein Machwerk der Tourismusindustrie, wie Basil Fawlty es sich charmanter nicht hätte ausdenken können. – Eines jener Bücher, wie sie viersprachig in den Souvenirgeschäften erhältlich sind. Dafür, dass diese Ausgabe eine Neuauflage ist, strotzt sie nur so vor Rechtschreib- bzw. Übersetzungsfehlern. Die Kritik am vorigen Kochbuch gilt auch hier: schlechte Klebebindung, veraltet wirkendes Layout. Obwohl das Buch ganz klar für eine nicht-einheimische Klientel konzipiert wurde, fehlen oft wichtige Erklärungen. Was man, zum Beispiel, zurück in Deutschland mit Anweisungen wie „2 Tassen Asche“ anfangen soll, weiß der Himmel.
  • Barbara Metzmacher und Ralf Adler, Kreta: Kultur – Religion – Geschichte, Belser 1999.
    Schön bebildeter und fundiert recherchierter Bildband. Gerne angeschaut und gelesen.
  • brand eins, Sie wünschen? Die Zukunft des Handels [Schwerpunktheft], April 2013.
    Ein von der ersten bis zur letzten Seite faszinierendes Heft mit interessanten, ungewöhnlichen Reportagen aus der Welt des E-Commerce, Einzel- und Großhandels. Meine Strandlektüre und absolut empfehlenswert.

Ob ich in den verbleibenden Tagen einen der drei eskapistischen „Frauenromane“ (?) (Die Päpstin, Die Hebamme, Die Geisha), die ich endlich mal in Angriff nehmen wollte, noch schaffen werde, halte ich für ziemlich unrealistisch. Sei’s drum. Im Grunde genommen bin ich glücklich, überhaupt mal wieder Bücher gelesen zu haben.

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