Entdeckung: die niederländische Künstlerin Madeleine Berkhemer

„All my art has a sexual connotation; art that has no sexual connotation has no reason to exist. I work from many different interests and therefore my work has to tease, please and suffer and also make the viewer feel guilty.“*

~ Madeleine Berkhemer.

Zu den interessantesten Exponaten der Ausstellung Starker Auftritt: Experimentelles Schuhdesign im Leipziger GRASSI-Museum für Angewandte Kunst, die es nicht in meinen „Schuhreport“ für das DRESDNER Kulturmagazin geschafft haben, zählte für mich Madeleine Berkhemers Arbeit »Collage Boots«. Glücksrad, Wurfstern, Nautilus, Ammonit – die Assoziationen sind vielfältig und regen zum Nachdenken an.

Madeleine Berkhemer, »Collage Boots«, Kappa, Papier, Metall, 2010-

Madeleine Berkhemer, »Collage Boots«, Kappa, Papier, Metall, 2010-

Überhaupt ist die 1973 geborene Niederländerin, die in Rotterdam lebt und arbeitet, eine faszinierend vielseitige Künstlerin. Neben ihren Verfremdungen von Schuhen (Serie Sandwiches, 2005) beeindrucken mich vor allem ihre raumgreifenden Installationen aus spinnwebartigen Geflechten (Virgin in Milk, 2003) sowie ihre virtuosen Verkleidungen in der Tradition einer Cindy Sherman (Milly Molly Mandy, 2002 in Kollaboration mit dem Pin-Up-Künstler Mike James – Link ist NSFW!), die mit BDSM-Praktiken wie Fesselungen arbeiten und durch die Hyperinszenierung pornografischer Topoi unsere Vorstellungen von Weiblichkeit und Sexualität ironisch hinterfragt.

* Meine Kunst hat immer eine sexuelle Konnotation; Kunst ohne diesen Beiklang hat keine Daseinsberechtigung. Mein Schaffen speist sich aus vielen Interessen, daher sollen meine Arbeiten aufreizen, befriedigen, dulden und beim Betrachter Schuldgefühle auslösen. [Übers. KM.]
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