Die Siedlung Hansastraße

Auf dem Heimweg vom Konzert steigen wir an der Haltestelle Lößnitzstraße aus, gehen die Großenhainer entlang, und zum ersten Mal in den sechs Jahren, die ich in diesem Viertel wohne, durchquere ich die Hansasiedlung:

Zwischen Fritz-Hoffmann-Straße und Conradstraße liegt beidseitig die Siedlung Hansastraße. Sie besteht aus fünfgeschossigen Gebäuden, [die] ein Dreieck um einen begrünten Innenhof bilden. Die Siedlung entstand 1926 nach Entwürfen Curt Herfurths und ist ein Beispiel für den Backsteinexpressionismus […]. Grüne Putzflächen stehen im Gegensatz zu uneinheitlich rotbraun gefärbten Klinkerziegeln. Aus Klinkern bestehende expressionistische Detailmuster beleben die Fassade, wobei deren Gestaltung durch Mittelachsenbetonung sowie Sockel- und Mansardgeschoss einem neobarocken Grundmuster unterliegt. Der Kopfbau im spitzen Winkel zwischen Hansa- und Großenhainer Straße zeigt sich mit seinen drei komplett klinkerverkleideten Mittelachsen, deren äußere oben durch Treppengiebel abgeschlossen werden, besonders betont. Insgesamt handelt es sich um 500 meist dreiräumige Wohnungen mit Loggien. Das Gelände war zu Beginn der 1920er Jahre von den Sächsischen Staatseisenbahnen aufgekauft worden, um dort Bahnbeamtenwohnungen errichten zu lassen.

Quelle: Wikipedia.

Beim Anblick eines Baumes, der in voller Blüte steht, erstmals der Gedanke: „Es ist Frühling!“.

Blütenbaum im Innenhof der Siedlung Hansastraße, Dresden.

Blütenbaum im Innenhof der Siedlung Hansastraße, Dresden.

Das Areal ist riesig; kurz überlege ich mir, wie es wäre, hier zu wohnen. Doch trotz des Innenhofs, der Schutz für Kleinkinder verspricht, macht sich kein heimeliges Gefühl breit. Ich kann das Gefühl einer Gemeinschaft aus Eisenbahnerbeamten nicht abschütteln. Like a gated community – with all the drawbacks and non of its perks, geht es mir durch den Kopf.

Tor zur Hansastraße.

Tor zur Hansastraße.

Ich bin froh, das Gelände durch ein Tor Richtung Hansastraße zu verlassen. Dennoch interessiert mich: wie erleben die Bewohner diese Gemeinschaft? Gibt es ein großes Fest für alle Bewohner? Trifft man sich spontan zum Grillen? Oder bedarf es hierfür einer Eingabe in dreifacher Ausführung?

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4 Kommentare zu Die Siedlung Hansastraße

  1. mehrlicht sagt:

    Schön, dass Du über die Hansastr. schreibst – auch den Turm an der Großenhainer kannte ich gar nicht, werde da heute mal entlang. Ich habe auch ein eher beklemmendes Gefühl von den Siedlungsbauten, vor allem wegen der kleinen Wohnungsfenster, den riesigen Straßen vor der Tür. Das wäre mir zu „parzellig“. Trotzdem ist das Bewohnervölkchen bunt und heterogen. Nur schätze ich mal, dass die zum Grillen doch eher an die Elbe gehen – oder in ihre Kleingarten-Parzelle – das geht ja unmittelbar an der Nordseite los.

    • In meinem Bekanntenkreis gibt es niemanden, der dort wohnt. Überhaupt gibt es in meinem Bekanntenkreis kaum Leute, die anders wohnen als ich, eigentlich merkwürdig. – Kennst Du denn jemanden, der dort wohnt?

      Die Parzellen hatte ich ganz vergessen und hätte sie auch nicht mit der Siedlung in Verbindung gebracht, aber irgend jemand muss die Grundstücke ja gepachtet haben.

  2. murx sagt:

    ich kannte und kenne menschen die dort wohnen.das ganze ist generell eher ein wohnblock.viele studenten,geringverdiener usw.soll heißen jeder wohnt für sich.keine feste etc.man wird eher angeschnautzt wenn man etwas lauter musik hört etc.
    ansich sind die wohnungen ganz gut.schön groß und bezahlbar.aber berlin haus ist nicht der beste „provider“ …

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