Wo die Conrad- an die Großenhainer Straße grenzt, stehen auf der gegenüberliegenden Straßenseite vier einander ähnelnde Villen, die wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Einige der Gebäude werden noch genutzt; nur eines (in meinen Augen das schönste) steht leer und verfällt.
Das Sonntagswetter lud zum Spazierengehen ein, und so schlenderte meine kleine Familie gestern dort vorbei.
Großenhainer Str. 25
Die Fassade wirkt insbesondere durch die architektonischen Details des Dachs, die Formen zitieren, wie man sie aus dem französischen Barock kennt: zu einem Muschelornament in der Mitte gesellt sich rechts und links ein Ochsenauge.
Die Gartentreppe indes ist vollkommen zugewuchert. Die Vegetation war so üppig, dass ich mich an die Natur auf den Bildern Henri Rousseaus erinnert fühlte.
An der Fassade hing noch ein altes Reklameschild, dessen minimalistisches Design (ein nüchterner Schriftzug über zwei sich kreuzenden Linien) zeitlos wirkt. Wer weiß, was sich hinter dem ominösen Studio DD verbarg?
Großenhainer Straße 27
Bisweilen weiß ich nicht, wie man die Fülle an Details einer Szene in eine einzige Aufnahme packen soll. Zum Glück besitzt in solchen Fällen mein Mann die Güte, Fotos nach meinen groben Vorgaben anzufertigen („Könntest Du eines machen, wo man den Pavillon mit den Glasfenstern sieht und das Spinnennetz und dessen prismenartige Farben im Gegenlicht und die Spinne, die auf Zehenspitzen Pirouetten vollführt?“).
Wie meinen Sie das, Sie sähen sie nicht?
Großenhainer Straße 30 (Pfarrhaus)
Das Pfarrhaus der Dreeinigkeitsgemeinde wurde vor ein paar Jahren saniert. Zum Glück steht das Gartentor aus DDR-Zeiten mit seinen ungewöhnlichen Stanzornamenten noch.
Die Natur veranstaltete unterdessen den ersten Sommerschlußverkauf.








Das ist eine schöne Serie, als Fotograf sieht man irgendwie immer mehr Details als viele andere Leute. Aber diese Häuser hab ich auch noch nie genauer gesehen…
Vielen Dank für das Kompliment – es freut mich, auch wenn es eigentlich meinem Mann gelten sollte.
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Wer weiß, was sich hinter dem ominösen Studio DD verbarg?
Dienstleistungszentrum der besonderen Art? Wäre ja passend für die Großenhainer. Zumindest parkten in der Einfahrt früher immer mal Fahrzeuge , welche dies vermuten ließen.
Die Reklame ist inzwischen verschwunden. Ich hoffe, wer immer sie abmontiert hat, wusste das gute Stück zu schätzen.
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