Fleischküchle mit Kirschfüllung; Fenchel-Rauke-Kirsch-Salat

Herzhaftes Abendessen mit Kirschakzenten.

Herzhaftes Abendessen mit Kirschakzenten.

Hochinteressant, was in der Wikipedia zur Etymologie von Frikadelle, Bulette & Co. steht. Nachdem ich nun also weiß, dass das schwäbische Fleischküchle vom bayrischen Fleischpflanzerl verdrängt zu werden droht, habe ich dieses Rezept gleich umbenannt, zumal meine Abwandlungen dem entsprechen, wie meine Mutter mich das Fleischküchlesmachen lehrte: mit Haferflocken und einem Ei.

So wurde es gestern zum Abschluss des Wochenendes ein fast schon festliches Abendessen, welches in puncto Qualität dem WM-Finale, vor allem dem Spiel der Spanier in nichts nachstand. Obwohl ich von Fußball wirklich kaum Ahnung habe (was muss man auch groß wissen? Zwei Tore, ein Ball – go figure!), hat mir die Partie bzw. das Verfolgen derselben – ja, beim Essen vor der Glotze! – Spaß gemacht.

Die Fleischküchle waren von mir bewusst puristisch gewürzt – kein Knoblauch, kein Paprika, damit die Füllung aus Kirschen und getrockneten Tomaten ihre ganze Wirkung entfalten konnte. Was sie auch tat: zugleich salzig und süß, nicht völlig homogen im Biß, wirkte sie im Innern der Küchle, wie es etwa ein Chutney von außen getan hätte. Thymian laut Rezept hätte vielleicht gut gepasst, hatte ich aber keinen frischen vorrätig.

Apropos: das Füllen war gar nicht so einfach. Man musste möglichst flache Hackfladen formen und diese anschließend um die Füllung herum schließen, ohne dass diese austrat.

Wie ich es vorneweg vermutet hatte, hätte ich mir den Schritt, die Küchlein nach dem Anbraten in einen ofenfeste Form zu verfrachten und dort nochmal zehn Minuten schmurgeln zu lassen, auch sparen können. Diese Aktion fällt bei mir unter die Kategorie: Geschirrverschwendung. Beim nächsten Mal werde ich wohl einfach einen Deckel auf die Bratpfanne machen und das Fleisch bei geringer Hitze weiter dünsten lassen.

Der Fenchel-Rucola-Salat war schön knackig und aromenintensiv. Es ist zwar eine altbewährte, von mir oft gewählte Salatvariaton, aber bisher hatte ich immer Äpfel oder Birnen hinein geschnippelt. Die Kirschen passten ungewöhnlich gut – wieder vermute ich, dass es am mallorquinischen Dattel-Feigen-Balsamico liegt.

Als ich am Schluß den Ziegenkäse hinzufügen wollte, naschte ich ein wenig davon und fand ihn sehr intensiv. Daher wanderte er statt dessen auf die Fleischküchlein, zu denen er, leicht geschmolzen, gut passte.

Zunächst war ich skeptisch, ob Kirschen in beiden Gerichten too much sein würden, aber letztlich waren sie einmal frisch und einmal gedünstet, einmal süß und einmal salzig, so dass es mir nicht als Overkill erschien.

Mit Kirschragout gefüllte Fleischküchle

Zubereitungszeit: 30 Minuten.

1 Zwiebel abziehen, würfeln, in etwas Fett glasig dünsten. Mit 500 g Hackfleisch, 1 Ei und einer Handvoll Schmelzflocken vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

50 g getrocknete Tomaten in feine Streifen schneiden. 100 g Kirschen entsteinen und grob zerpflücken, beides miteinander vermengen. (Wenn möglich, die Mischung etwas stehen lassen, so dass der austretende Kirschsaft die getrocknetetn Tomaten etwas aufweicht.)

Vom Fleischteig eine schneeballgroße Menge abnehmen (also deutlich mehr, als ich für gewöhnliche Fleischküchlein nehmen würde, die ich eher klein und rund liebe als groß und flach), eine Kugel formen und diese flach drücken. Einen gehäuften Teelöffel der Füllung darauf geben und die Fleischmassen rundherum schließen, ohne dass die Füllung durchkommt. In eine Pfanne mit heißem Fett geben und von beiden Seiten bei hoher Temperatur rasch anbraten, bis das Fleisch eine schöne Kruste überzieht. Die Temperatur drosseln und bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel zehn Minuten garen.

Zum Schluss nach Belieben mit Ziegenkäse ( z. B. Sainte Maure von Président) garnieren.

Fenchel-Rauke-Salat mit Kirschen

Zubereitungszeit: 10 Minuten.

1 Bund Rauke waschen und schleudern. 1 Fenchelknolle putzen, halbieren und in sehr feine Streifen schneiden. 1 Handvoll Kirschen* entsteinen und halbieren. Gehackte Hasel- oder Walnüsse oder auch Sonnenblumenkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten. Alles vermengen, mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und (Feigen-Dattel-)Balsamico anrichten.

*Man kann auch den Rest der Fleischküchlefüllung verwenden, wenn etwas übrig geblieben sein sollte.

[Inspiration: BBC GoodFood.]

Als Nächstes ist aber mal was Süßes dran!

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