Besuch im Dresdner Zoo: Von Affen, Tiger Moms und dem Säugetier Mensch

Kaum zu glauben, aber am Sonntag ist das Bubele ein halbes Jahr alt geworden! Allerhöchste Zeit, den Gutschein für die Jahreskarte des Dresdner Zoos einzulösen, die wir zur Geburt geschenkt bekommen hatten. Et voilà, jetzt bin auch ich eine Tiger Mom:

Auch geeignet, um als Schreckgespenst in der Geisterbahn anzuheuern: Jahreskarte des Dresdner Zoos.

Auch geeignet, um als Schreckgespenst in der Geisterbahn anzuheuern: Jahreskarte des Dresdner Zoos.

Begleitet wurde ich von zwei weiteren Frauen mit Babies im selben Alter wie dem Bubele. Leider konnten wir nirgends einen Stillraum entdecken, und im Freien war es doch einigermaßen frisch, um leichtfertig sekundäre Geschlechtsmerkmale zu exponieren. Aber unterschätze mir niemand die hohe Improvisationskunst von Müttern, wenn sich zu ihr eine niedrige Schamgrenze gesellt: kurzerhand schlugen wir unser base camp vor einem Gehege im Professor-Brandes-Haus auf. Denn erstens ist es nur fair, auch mal den Affen eine Show zu bieten. Und zweitens geht man ja auch deswegen in den Zoo, um natürliches Verhalten zu studieren. Und was könnte natürlicher sein, als zu stillen?

Mammals and Mammaries (läßt sich auf Deutsch leider nicht annähernd so hübsch ausdücken).

Mammals and Mammaries (läßt sich auf Deutsch leider nicht annähernd so hübsch ausdücken).

Ich habe mir neulich einmal überlegt, dass fast nichts an unserer heutigen Lebensweise an jene der Urmenschen erinnern dürfte. Induktionsherde statt Feuerstellen, Wasserbetten statt Höhlen, Sex Toys statt … (*räusper* — vielleicht war man auch damals schon erfinderisch)? Wie dem auch sei: wie wir kochen, wie wir schlafen, sogar wie wir uns paaren, hat doch oft mit jeder Menge zivilisatorischem Hightech zu tun. Nur das Stillen läuft so ab, wie eh und je. Und das ist mindestens einer der Gründe, warum ich das Stillen cool finde.

Ich hoffe auf viele schöne Zoobesuche im Laufe des nächsten Jahres. Häppchenweise macht es doch am meisten Spaß, alles zu erkunden.

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16 Antworten auf Besuch im Dresdner Zoo: Von Affen, Tiger Moms und dem Säugetier Mensch

  1. Christiane sagt:

    Ich musste ja über die Kombination lächeln: Jeans, Turnschuhe, Strickjacke und… stillen… ;-)
    Ist nun 6 Monate groß oder klein?

    • Muyserin sagt:

      Die Schuhchen sehen auf den ersten Blick wirklich wie Turnschuhe aus. Aber so einen modischen Firlefanz würde ich meinem Baby nicht anziehen, bloß weil es süß aussähe. Tatsächlich sind es Teddybärchen.

      Deine Frage wg. “groß/klein” habe ich nicht verstanden. Für mich ist er immer beides gleichzeitig.

      • christiane sagt:

        Siehste! Das ist doch wirklich faszinierend, oder?! Wenn Du Dich erinnerst, wie klein er mal war… und dann mal drüber nachdenkst, was Euch (nur rein größenmäig) noch alles erwartet… unglaublich, oder??
        Immer gleichzeitig ganz groß und ganz klein. :-)

        • Muyserin sagt:

          In seiner Zartheit, darin, wie leicht er erschrickt, wenn er tagträumt und ich mich nähere, darin, wie er jedes Mal übers ganze Gesicht aufleuchtet, wenn er mich sieht, sehe ich seine absolute Winzigkeit, sein Schutzlos-Sein. In seinem quietschenden Lachen, wenn ich ihn hochwerfe, in seinem Stolz, wenn er sich beim Krabbeln einmal im Kreis gedreht hat, sehe ich einen Menschen, der bereit ist, sich auf dieses Leben mit Anstrengung einzulassen. Dann ist er für mich schon richtig groß. Für mich ist er ein Wunder! :)

    • stefanolix sagt:

      @Christiane: Turnschuhe in Größe 26, Tarnfleckenhose und langes T-Shirt — bei diesem Burschen fragt man nicht mehr nach »groß oder klein«:
      http://www.time.com/time/covers/0,16641,20120521,00.html

  2. Carola sagt:

    Die Karte geht echt als Verbrecherausweis drauf…:-)…

  3. Christiane sagt:

    Ich habe das Foto damals mit der Lütten machen lassen, so sind wir alle kleiner, und man sieht die Augenringe nicht so… ;-) (also meine…)

  4. Andrea sagt:

    Schönes Bild, aber im Prof. Brandes Haus gibt es doch auch Bänke! ;-) ,ich spreche aus Erfahrung mit zwei kleinen Großen von 3,5 und 0,5. Übrigens, da es im Dresdner Zoo keine Tiger gibt, müsste frau sich Wohle eher als Geparden Mum bezeichnen.

    • Muyserin sagt:

      Ja, die Bänke haben wir auch genutzt – die mich fotografierte, saß darauf. Aber beim Stillen mochte ich mich anlehnen.

      Dass das kein Tiger ist, hatte ich mir auch gedacht – aber es passte so gut zu diesem Bestseller des letzten Jahres. :)

  5. KmK sagt:

    Schönes Stillfoto. :-)
    Ein paar stillende Bekannte von mir und ich haben mal im Zoo in Schönbrunn eine Art “Still-In” gemacht, nachdem wir erfahren hatten, dass die Mitarbeiterinnen dort eine stillende Mutter blöd angeredet hatten… Wir haben uns quasi demonstrativ in die Information gesetzt und unsere Babys gestillt. Da hat sogar irgendeine Zeitung drüber berichtet. *lach* Wie heißt’s so schön: “Wenn der Weltuntergang naht, gehe nach Wien. Dort passiert alles erst 20 Jahre später!” ;-)

  6. Pingback: Stichwortbloggen | Journal ohne Ismus

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