Pimp My Ride, Kinderwagen-Edischn

Dresden ist ja angeblich kinderreichste geburtenreichste Stadt Deutschlands.

(Das wollte ich eigentlich als Aufhänger für diesen Eintrag nehmen und aus einer Laune heraus auch in irgendeiner Form belegen. Nur: wenn man „Dresden kinderreichste Stadt Deutschlands“ googelt, erhält man gar keine Treffer. Mit „kinderreichste Stadt Deutschlands“ taucht verdächtig oft „das katholische Cloppenburg“ auf. Da bin ich jetzt doch etwas baff und habe daher den Statistikern unserer Stadt geschrieben, ob nicht doch irgendwo Zahlen für diese Behauptung einsehbar sind.)

Wie dem auch sei.

Dresden ist ja angeblich kinderreichste geburtenreichste Stadt Deutschlands.

Neulich schaute ich mir den sogenannten Theresienhof an. Hinter diesem poetischen Namen verbirgt sich eine ziemlich große Halle, die einen Indoor-Flohmarkt beherbergt, wie es sie immer öfter zu geben scheint. Offenbar war man dort schlau genug, sich hinsichtlich des Warenkontingents auf die demographische Entwicklung einzustellen:

Flotte Kinderwagenflotte.

Flotte Kinderwagenflotte.

Vor noch nicht einmal so vielen Jahren stellte ich mir gern vor, später mal meine Kinder in so einem „alten“ (das Wort Vintage war damals noch nicht in Gebrauch) Kinderwagen durch die Gegend zu bugsieren.

Heute bin ich heilfroh über unsere moderne Möhre. Sie sieht zwar nicht so indiegirlmäßig stylish aus, aber diverse Hebel sorgen dafür, dass man das Trumm in Sekundenschnelle auf- und zufalten kann, ohne an hart gewordenen Lederriemen rumfriemeln zu müssen.

Wer dennoch die Ästhetik über die Handhabbarkeit stellt, dem sei ein Vorschlag auf IKEA-Hacker empfohlen, wie man diese Retro-Roller mittels eines IKEA-Drahtkorbes zumindest teilweise auf den heutigen Standard bringt.

Happy Pimping (nein, das ist nichts Unanständiges!) wünscht allen jungen Eltern

Muyserin.

PS Meine eigenen IKEA-Hacks finden sich hier (bei IKEA Hacker)s und hier (auf meinem Blog).

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15 Antworten auf Pimp My Ride, Kinderwagen-Edischn

  1. Explorör sagt:

    Geburten-, nicht kinderreichste Stadt: http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresden-ueberholt-Hannover-Landeshauptstadt-bleibt-Geburten-Spitzenreiter-1490445622
    (bei der Gelegenheit koennten sich IMO Zeitungen zumindest in der Online-Ausgabe ordentliche Quellenverlinkungen leisten).

    • Muyserin sagt:

      Die Meldung ist ein Paradebeispiel, warum ich Artikel über Statistiken nicht mag. Zum Beispiel verstehe ich nicht, warum einerseits „die sächsische Landeshauptstadt damit ‚Geburtenhauptstadt‘ bleibt“, andererseits aber „hinter Leipzig, Köln und Düsseldorf“ liegt.

      Und der Unterschied zwischen Geburten- und Kinderreichtum besteht wohl darin, dass einige der in DD geborenen Kinder eigentlich zu den Gemeinden des Umlands zählen, habe ich das in etwa richtig interpretiert?

      Was die Quellenverlinkung betrifft: Die DNN besitzt eine Kommentarfunktion. Solange Du (oder jemand anders) es nicht an Ort und Stelle monierst, wird sich an dieser Nicht-Praxis wohl kaum etwas ändern.

      • stefanolix sagt:

        Der Kinderreichtum wird m.W. immer in Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter gemessen. Bei den Großstädten liegt Dresden dort m.W. noch hinter München.

        Diese Erhebung (Kinder pro Frau) führt natürlich zu Ungenauigkeiten im Vergleich über viele Jahre, weil sich die Lebenszeiträume ändern, in denen Frauen Kinder bekommen.

        • Muyserin sagt:

          Mit Speck fängt man Mäuse, und mit dem Wörtchen Statistik … Dich! :)

          Ich hatte jedenfalls die leise Hoffnung, dass Du hierzu auch noch kommentierst.

          Was ist denn der Grund für diese merkwürdige Messpraxis? Und fallen dann Spätgebärende aus dem Raster? Und woher weißt Du das denn?

          • stefanolix sagt:

            Um mit der letzten Frage zu beginnen: Ich wusste es einfach und habe mich privat bei der zuständigen Fachfrau rückversichert. Ich hatte diese Auswertungsmethode so verinnerlicht, dass ich mir noch nie Gedanken über das Warum gemacht habe.

            Es gibt aber in Bezug auf die Geburten in der Tat mehrere Kennziffern. Schau Dir mal diese Kurve an. Das ist die Fruchtbarkeitsrate (obwohl im Link der Begriff »Geburtenrate« steht).

            Rein biologisch gesehen ist das natürlich richtig: Die Frauen bekommen die Kinder — wen sollte man sonst als Nenner der Quote einsetzen? Man sagt ja auch im Volksmund: »Mother’s baby, …«.

            Gesellschaftlich gesehen — Eigentlich sollten ja beide Seiten gleichberechtigt für den Nachwuchs verantwortlich sein ;-)

            Es gibt also noch eine zweite Kennzahl: Die Geburten pro 1.000 Einwohner. Offiziell bezeichnet man diese Kennzahl als die Geburtenziffer. Vermutlich ist sie in einer streng katholischen Gegend etwas höher, wenn sich relativ viele Paare an die Enzyklika »Humanae Vitae« halten …

            Mehr interessante Statistiken über Kinder findest Du hier:
            http://de.wikipedia.org/wiki/Geburtenziffer

            Aber das Kind in Eurer Wiege schaut Dich einmal an, lächelt — und Du denkst nicht mehr an Zahlen ;-)

          • Muyserin sagt:

            Ganz ehrlich? Ich kann jetzt nur mit meiner Oma antworten, die gestern 97 geworden ist und den wunderbaren Spruch „Desch mr z’abschdraggd“ prägte. „Mother’s baby, …“ kannte ich noch nicht und musste beim Googlen über den Rest „Father’s maybe“ schmunzeln.

          • stefanolix sagt:

            Was ich Dir bisher erzählt habe, fand ich eigentlich noch sehr konkret: Wie viele Babys gehen aus 1.000 Einwohnern hervor? Das ist doch wirklich ein anschauliches Maß ;-)

            Jetzt wird’s ein klein wenig abstrakt: Zu Deiner Frage zu den Spätgebärenden passt dieses Diagramm. Im Firefox müsste die Grafik nach dem Anklicken vergrößert dargestellt werden. Das sieht man sehr schön, wie sich in den letzten 10 Jahren das mittlere Alter der Frauen bei der Geburt verschoben hat.

          • Muyserin sagt:

            Bezüglich dieses Diagramms: Muss man das so lesen, dass bei ca. 30-Jährigen die Fruchtbarkeit sich bei 100% bewegt? Das wäre ja aber total entgegen der gängigen Lehrmeinung!?

            Warum steht an den x- und y-Achsen nicht, welche Parameter sie angeben?

            Ich komme mir etwas blöd vor …

          • stefanolix sagt:

            Auf der waagerechten Achse ist das Alter der Gebärenden dargestellt. Für 2010 (dunkelste Glockenkurve) lag der Mittelwert des Alters bei der Geburt bei 32 Jahren.

            Der Mittelwert ist natürlich eine sehr verdichtete Zahl. Man kann zwei Aussagen aus der Kurve ablesen: Das Alter der Hälfte aller Gebärenden lag über 32 und das Alter der anderen Hälfte lag darunter. Und: Viele Altersangaben liegen in der Nähe des Mittelwerts.

            Verfolge die Kurve für 2010: Es gibt ganz wenige Schwangerschaften mit 15 und ganz wenige Schwangerschaften jenseits der 45. Die Glockenkurve 2010 zeigt also die Verteilung des Alters, in dem die Frauen jeweils ihr Kind geboren haben.

            Die Glockenkurven für die Jahre 2009 abwärts liegen mehrheitlich etwas links von der Glockenkurve für 2010. Daran sieht man: Die Frauen gebären tendenziell im Durchschnitt immer später, aber das mittlere Alter liegt in den letzten Jahren meist bei 32.

            Die Glockenkurven für 2001 bis 2009 liegen unter der Glockenkurve für 2010. Das liegt daran, dass 2010 die meisten Kinder pro Frau auf die Welt gekommen sind. Also hat der Autor des Diagramms die Kurve für 2010 als Maß für die anderen Kurven genommen.

            Da das Diagramm gemeinfrei ist, könnte man es eigentlich in einer verbesserten Form veröffentlichen (z.B. mit Achsenbeschriftung). Ich muss jetzt aber erst mal die Brötchen für meine Familie verdienen beim Bäcker holen ;-)

          • stefanolix sagt:

            Zu Deiner Frage »Muss man sich das so vorstellen …?« — Nein, die Zahl 100 ist Zufall. Ich habe mir gerade die Zahlen mal vom Statistischen Bundesamt heruntergeladen.
            Die Mütter der Lebendgeborenen waren zwischen 15 und 49 Jahre alt. 100 von 1.393 Lebendgeborenen hatten eine Mutter im Alter von 31 Jahren. Damit war dieses Merkmal am meisten ausgeprägt.

          • Muyserin sagt:

            Danke für die ausführliche Erklärung. Ich hätte das dem Diagramm so nie entnehmen können.

      • Lydia sagt:

        Das verstehe ich so, dass Dresden bei der Zahl der Geburten pro 10.000 Einwohner an der Spitze liegt, aber der Anstieg der Geburtenzahl (um vier Prozent – was mich allerdings interessieren würde: im letzten Jahr? Oder seit wann?) war in Leipzig, Köln und Düsseldorf noch höher.

        Bei sehr vielen Statistiken frage ich mich, was ich damit jetzt anfangen soll. Vor allem wenn man sich alle Zahlen einer Untersuchung anschaut, bleibt oft wenig übrig von der Schlagzeile, die die Presse dazu gedichtet hat. Und ganz oft finde ich nur Verwirrung.

        • Muyserin sagt:

          So, wie Du es verstehst, verstehe ich es auch.

          Etwas damit anfangen müssten die Entscheidungsträger der Landeshauptstadt. Sie haben aber die Entwicklung verschlafen, ist zu hören. Um zu wissen, dass wir nun den Salat haben, braucht es in Dresden keine Statistiken …

  2. Lydia sagt:

    Ein ganz ähnliches Modell wie das grüne in der Mitte bin ich damals gefahren. Muss meine Mutter mal fragen, was daraus geworden ist …

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