Am 30. März jährt sich der Todestag Karl Mays zum hundertsten Mal. MDR Figaro ehrt den sächsischen Weltenerfinder mit der Ausstrahlung von Erich Loests Romanbiografie Swallow, mein wackerer Mustang. Die Produktion von 1992 habe ich vor ein paar Jahren schon einmal verfolgt. Damals beeindruckte mich Loests Fähigkeit, sowohl ein Bild des Menschen May mit all seinen Widersprüchen zu zeichnen, als auch jener Epoche, die einen Mann wie ihn zugleich formte und zerstörte. Loests Buch kann man also Geschichtsinteressierten wie Literaturbegeisterten nur empfehlen.
Jeweils montags bis freitags werden in den nächsten sechs Wochen die 30 halbstündigen Folgen um 9:05 Uhr bzw. 19:05 ausgestrahlt. Kluge Entscheidung des MDR: jede Folge verbleibt zwei Wochen lang nach Ausstrahlung in der Mediathek, so dass man bei dieser sich doch über einen langen Zeitraum hinziehenden Lesung selbst dann am Ball bleiben kann, wenn man mal eine Sendung verpasst hat.

Danke für den Link! Radiohören und Stricken passt so wunderbar. (Was mach ich bloß, wenn die Socken fertig sind?)
Karl May hab ich nie gelesen, eine meiner Bildungslücken. Aber – ach! – Winnetou … und – eigentlich viel eher mein Typ – Old Shatterhand! Werd nie vergessen, wie der plötzlich in La dolce vita ins Bild läuft, was um Himmels willen macht denn Old Shatterhand in Rom, hab ich mich damals gefragt.
Erst letztes Jahr hörte ich in einer Radiosendung über Ludwig II, dass Karl May auch eine Trilogie über den Kini geschrieben hat. Sehr romantisch verklärend – in der Szene, die gelesen wurde, begegnet der arme Wuiderer auf der Pirsch dem Kini, der gerade einem seiner einsamen Waldspaziergänge frönt. Der macht ihn dann gleich zum Jagdmeister des Reviers :-D
Ach, war der arme Wuiderer zufällig jung, knackig, und willig?
Bildungslücke: La Dolce Vita nie gesehen … (außer der einen Szene im Brunnen)