Typisch!

Im September fing es an: schwere Hustenanfälle. War meine alljährliche Bronchitis zurück, von der ich letzten Winter verschont geblieben war und die ich daher überwunden glaubte?

Verschreiben wollte mir der Hausarzt nichts, bis auf Sole zum Inhalieren.

Drei Monate lang ging das so. Bei jeder Attacke hatte ich Angst, dass das Ungeborene erschrickt, dass das Fruchtwasser platzt. In meinen Rippen machte sich ein beständiger Schmerz und in meinem Herzen Angst breit: mir ging die Kraft aus. Nach der Geburt riss mein Gebell nachts Kind und Vater aus dem Schlaf.

In der Woche nach der Entbindung ging ich auf den Rat der Hebamme erneut zum Hausarzt. Dessen Vertretung blickte kurz in meine Krankenakte, sah eine (Jahre alte) Überweisung zur Psychotherapie und konstatierte in einer diagnostischen Meisterleistung, dass der Husten vielleicht gar nicht so schlimm sei und gar nur so von mir empfunden werde. Und überhaupt, die Hebamme hatte mich geschickt? Das seien doch eh alles Esoteriker.

Gestern endlich der Termin beim Pulmologen, gnadenhalber, früh um 7 und mit reichlich Wartezeit. Nach einem kurzen, freundlichen Gespräch hatte sich der ganze Spuk aufgelöst. Drittes Trimenon, großes Kind, großer Bauch? Ja. Sodbrennen, Husten vor allem nachts? Ja.

Es stellte sich heraus, eine geradezu typische Beschwerde (hoch-)schwangerer Frauen: im Liegen reizt der Reflux die Atemwege. Und: ein die Lungenkapillaren weitendes Spray, das mir jetzt verschrieben wurde, wäre auch in der Schwangerschaft unbedenklich gewesen.

Ich bin erleichtert bis zur Euphorie, andererseits auch wütend, weil die Episode so unnötig war.

(Abgeheftet unter Frauenhygiene, wo sonst?)

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