Vortrag zum Thema Wassergeburt

Heute Abend besuchte ich einen Vortragsabend zum Thema Wassergeburt. Was ich zu hören und sehen bekam, hilft mir auf jeden Fall, weniger Angst vor dem Tag X zu haben.

Wie schon beim vorhergehenden Vortrag merke ich, dass selbst in unserer medial saturierten Welt Bildern und Videos von Geburten eine immense Kraft innewohnt. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass einem das Thema in seiner Drastik im Alltag nicht begegnet und man daher ohne Abstumpfung sehr unmittelbar und emotional darauf reagiert.

Besonders beeindruckend waren die Filmausschnitte von Wassergeburten im Schwarzen Meer, die sogar von Delfinen begleitet werden. Natürlich haben auch im Wasser Gebärende Schmerzen. Aber insgesamt bekommt man doch eine Ahnung davon, dass Welten zwischen der sogenannten Conscious Birth, also der bewussten Geburt, und der Art und Weise liegen, wie konventionelle Geburten im Kino und Fernsehen vermittelt werden. Während man dort oft genug den Eindruck gewinnen kann, man sei als Frau diesem traumatischen Ereignis völlig ausgeliefert, und nur ein ganzer Stab an Ärzten,  Krankenschwestern und Geräten könne einen sicher durchlotsen, wirkten die Frauen im Film doch relativ souverän: bei sich, gemäß ihrem eigenen Tempo, trotz aller Anspannung fast wie in kontrollierter Trance.

Es würde mich allerdings nicht überraschen, wenn ich mit meinem brillanten Zeitmanagement im Taxi auf dem Weg nach Bühlau gebären würde … Auf jeden Fall ist mir bewusst, dass es, wenn es passiert, ganz anders wird, als ich mir derzeit vorstellen mag.

Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit … hoffe ich.

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8 Kommentare zu Vortrag zum Thema Wassergeburt

  1. Stephan sagt:

    Ärtze haben bei Geburten nicht wirklich was zu suchen. Da braucht es eine Hebamme mit der man sich gut versteht.

    • Muyserin sagt:

      Den Eindruck habe ich schon lange. Mit der Einschränkung, wenn alles ohne Komplikationen verläuft. Dazu können Mann und Frau sicher sehr viel beitragen, wenn sie informiert sind. Aber manchmal sind Ärzte auch Lebensretter, das sollte man nciht vergessen.

  2. Milena sagt:

    Sehr interessant dazu sind immer wieder die Bücher, Vorträge u.s.w. von Michel Odent. Er hat den Begriff ‚privacy‘ geprägt, als die Voraussetzung dafür, sich fallen zu lassen und ‚die Hormone fließen zu lassen‘.
    Beim Sex wird man schließlich auch nicht gern gefragt, wo sich denn nun die Krankenkassenkarte befindet…
    siehe
    Risiko Kaiserschnitt
    Michel Odents Plädoyer für eine natürliche Geburt
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/418447/

    • Muyserin sagt:

      Liebe Milena,

      vielen Dank für Deine Ergänzungen!

      Was ich noch gerne hinzufügen würde: es geht ja nicht nur um die Mutter, sondern auch das Kind. Nachdem ich gestern erfuhr, dass man früher dachte, ein Neugeborenes besitzt vielleicht drei, vier Reflexe, und inzwischen weiß, es kommt mit 18 Reflexen auf die Welt, wovon einige nur dazu dienen, dass es sich quasi selbst zur Welt bringen kann, indem es sich aus der Mutter herauswindet, und wenn man dann Filme von Klinikgeburten sieht, wo es ruckzuck herausgezogen wird, sobald es nur zu sehen ist … das ist schon krass.

      • parkwächter sagt:

        Man muss aber auch Glück haben. Wir haben uns extra ein fortschrittliches Krankenhaus gesucht, wo frau alles ausprobieren und stundenlang in der Badewann hätte liegen können – theoretisch. Praktisch wurde es dann keine besinnliche Wassergeburt, sondern eine hektische Siebziger-Jahre-Geburt, so richtig klassisch unergonomisch, rücklings auf der Liege, Beine in die Luft. Weil das Personal dem vermeintlich nervösen Ehemann einfach nicht glauben wollte, dass es schon so weit war – weshalb es am Schluss dann sehr schnell gehen musste. Heraus kam trotzdem ein wunderbares Kind. Mit anderen Worten: Wird schon gutgehen!

        All the best luck!

        • Muyserin sagt:

          Aber genau deswegen gehen wir lieber ins Geburtshaus statt in die Klinik: weil wir das Gefühl haben, das uns dort mehr geglaubt wird.
          Danke für die guten Wünsche.

  3. Peter Macheli sagt:

    Nach dem dritten Kind habe ich den Eindruck (den meine Frau bestätigt, oha), dass um Geburten zu viel Brimborium gemacht wird. 1x Geburtshaus (Bühlau), 2x Krahaus (Neustadt), ob z.B. unsere ausgewählte Musik tatsächlich lief, wusste keiner von uns beiden mehr danach.
    Doktor Peter Macheli empfiehlt stattdessen zur Geburt zu laufen, diese (normalerweise Viertel-) Dreiviertelstunde verkürzte die Zeit der folgenden Ereignisse laut Hebamme ganz erheblich, nämlich auf durchschnittlich 2 Stunden. Dass ältere Nachtschwärmer denken, die schwangere Gattin sei betrunken, da sie bei jeder Wehe den nächsten Laternenmast stützt, kann man(n) durch lautes Singen untermauern, das bringt die Holde zum Lachen und das Kind schläft ab der dritten Nacht spätestens durch.

    Alles Gute! Wird schon wern mit der Dern, mit der alten Horn is oh geworn.

    • Muyserin sagt:

      Eine Schwangerschaft und die Geburt sind sicher eines der wundervollsten Erlebnisse im Leben der Eltern. Das Brimborium sehe ich weniger darin, das Ganze bewusst erleben und mitgestalten zu wollen (wobei ich mir auch noch keine Playlist zusammengestellt habe, Danke für den Tipp! ;)), sondern in der allgemeinen Panikmache, was alles schief gehen könnte. Oder auch, wenn ich einschlägige Zeitschriften durchblättere und Anzeigen à la: „Nahrungsergänzung für jede Schwangere“ lese. Als ob die Natur in 100 000 Jahren Evolution uns Frauen in dieser Situation in einem Zustand permanenten Mangels dahinvegetieren ließe. Ich bin sehr froh, dass es in meinem Umfeld Leute gibt (vor allem Freundinnen und Hebammen), die mir sagten: „Lass die Eisentabletten weg, lass die Magnesiumtabletten weg, ernähre Dich statt dessen mit Roter Bete, Brokkoli und Nüssen.“ Hat mir viel Geld und viel Gerenne erspart.

      Den Tipp mit dem Spaziergang werde ich mir merken, auch wenn ich es bis Bühlau vielleicht nicht ganz schaffe. ;)

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