Von Mondphasen und Paper Moons

Der Himmel muss nicht immer voller Sterne hängen, manchmal tun es auch ein paar Papiermonde … (Bauchladen-Café, Bühlau).

Der Himmel muss nicht immer voller Sterne hängen, manchmal tun es auch ein paar Papiermonde … (Bauchladen-Café, Bühlau).

„Vorstellungstermin“ im Geburtshaus

Heute sieht schon wieder alles anders aus. In der Frühe hatte ich einen ersten Vorstellungstermin im Geburtshaus.

Je mehr Hebammen ich kennenlerne, desto mehr merke ich, dass auf diese Frauen kein Klischee zutrifft, jede ist anders. Nix mit walle-walle und Zipfelfilz: die von heute früh war sehr schick gekleidet und hätte sich mit ihrem Outfit in Rot und Schwarz auch auf einer Milonga gut gemacht.

Der Termin tat mir sehr gut. Statt mir irgendetwas zu verschreiben, hat sie zwei wichtige Sachen gemacht: mir erstens meinen Zustand durchaus logisch erklärt (dazu gleich mehr), und mir zweitens geholfen, mit dem N00b in Kontakt zu treten.

Hormon-Doping und Entzugserscheinungen

Der Grund, warum im 3. Trimenon das Hochgefühl des 2. allmählich verfliegt: die Frau soll das Schwangersein ja nicht als ewigen Glückszustand begreifen, als handle es sich um einen besonders ausgedehnten Rauschzustand. Der Körper bringt sie mit zunehmenden Schmerzen an den Punkt, wo sie von sich aus erkennt: „egal wie schlimm die Geburt wird, ich will das jetzt hinter mich bringen, um diesen Zustand zu beenden.“ In der selben Weise stellt das häufige Nachts-Aufwachen-und-Rausmüssen ein Training für die Zeit nach der Geburt dar. Diese beiden Zusammenhängewaren mir bisher nicht bewusst, obwohl ich sie absolut plausibel finde. Bringen wir es also hinter uns!

Beckenbodenschackalacka

Seit heute weiß ich, wie herum das N00b im Bauch liegt (nämlich richtig, yippieh!), und warum ich die Schmerzen habe. Mit yogaähnlichem Beckenbodenschackalacka kann ich eine Menge dagegen tun. Vor allem aber fällt es mir schon wieder leichter, alle Zipperlein zu ertragen, solange ich mich dem kleinen Wesen verbunden fühle. Und zu ertasten, hier ist sein Ärschel und hier sind seine Beinchen, das ist schon ein gigantisch gutes Gefühl.

I’m Only Happy When It Rains

Hinterher gönnte ich mir im Café vom Bauchladen ein wenig Muße: Frühstück und Zeitungslektüre. Und wie es der Zufall so will – wirklich, ich war völlig ahnungslos – entdeckte ich auf den Kulturseiten einen Artikel von mir. Den hatte ich diese Woche verfasst, ohne zu wissen, wann er erscheinen würde. Saß ich also da, war beruhigt, und auch ein klein wenig zufrieden. Als dann auch noch der Regen einsetzte (zur Zeit mein Lieblingswetter, ehrlich), ging es mir rundum gut. Betonung auf rund.

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