Hamsterkauf: paar aufs Maul!

Maultaschen – eine Kindheitserinnerung

Maultaschen sind auf immer und ewig eines der Gerichte, die ich mit meiner Kindheit verbinde.

Eine meiner Tanten betrieb in Schwäbisch Gmünd eine florierende „Metzge“. Wenn ich bei ihr zu Besuch war, ging ich schon früh, noch im Nachthemdchen, von der darüber liegenden Wohnung in den Laden, um dem Treiben zuzusehen. Ich durfte dann anderen Kindern ein Rädle Wurst über die Theke reichen. Ein großes Ereignis war es immer, wenn die Tante Maultaschen en gros zubereitete, um sie anschließend zu verkaufen.

Maultaschen für deutsche Auswanderer

Nachdem besagte Tante (vermutlich vom jahrzehntelangen Arbeiten in der kalten Metzgerei) schwerstes Rheuma entwickelt hatte, wanderte sie vor etlichen Jahren in den warmen Süden aus. Dort, auf einer griechischen Insel, verdient sie sich mit ihren Hausmacher-Maultaschen ein hübsches Taschengeld – unter den deutschen Auswanderern sind sie der Renner.

Heimweh much? Mein Einkauf auf dem Förderband.

Heimweh much? Mein Einkauf auf dem Förderband.

Maultaschen-Madness

Neulich gab’s bei LIDL mal Maultaschen, und dann auch noch für sagenhafte 1 Euro pro Packung. Klar, dass ich da zuschlagen musste!

Laubfröschle und Herrgottsb’scheißerle

Als schnelle Mahlzeit lasse ich sie in etwas Brühe ziehen und brate sie anschließend mit Speck und Zwiebelringen an.
Heute Abend aber gibt es sie in Form von „Laubfröschle“. Wo wir schon beim Schwäbischen sind: die Schwaben sagen zu den Maultaschen, in denen man auch des Freitags verbotenes Fleisch verstecken konnte, „Herrgottsb’scheißerle“.

Ebenfalls lecker klingt die Variante als Salat mit rohem Hokkaido-Kürbis.

Wirklich nicht probieren hingegen muss ich „Kokos Maultaschen“ (das fängt schon bei der Orthografie an) – ich halte es da mit Vincent Klink von der Wielandshöhe, der meinte:

Maultasche muß Maultasche bleiben und da gehört kein Lachs oder sonstiger Zeitgeist hinein.

[Quelle: Wikiquote]

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2 Kommentare zu Hamsterkauf: paar aufs Maul!

  1. Carola sagt:

    Maultaschen forever….genau. Ich liebe sie :-)

  2. Pingback: Maultaschen, Döner, oder doch lieber Empanadas? Eine Meldung zwischen Qualitätsjournalismus und Realsatire | Journal ohne Ismus

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