Ziel: die weite Welt; im Gepäck: Pasta e fagioli.

Wie lernt ein Mensch eigentlich kochen? Ich bin der Meinung: durch die Verknüpfung von Glücksmomenten mit Geschmäckern.

Aunty Glamorous verwöhnte mich und meine Familie viele italienische Sommer lang mit ihrer Über-Gastfreundschaft.

Als ich in die Welt hinaus zog, war der Geschmack solcher glücklichen Stunden das Wichtigste in meinem Reisegepäck .

Zu diesem Zweck legte ich irgendwann ein handschriftliches Kochbuch an, das unter anderem diesen Klassiker enthält.

Familienrezept: „Pasta ai Fagioli“.

Familienrezept: „Pasta ai Fagioli“.

Das Rezept ist schon wieder eines aus der Kategorie „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – es schmeckt viel komplexer, als die bodenständigen Zutaten vermuten ließen.

Und so zögerte ich nicht lange, als ich am Sonnabend auf der Suche nach Essbarem jene Tüte Borlotti-Bohnen im Vorratsregal entdeckte, die mir Aunty Glamourous an Weihnachten mitgebracht hatte – vermutlich in der Absicht, dass ich mir daraus ein nahrhaftes Wintergericht* zubereiten würde.

Borlotti-Bohnen-Packung, leider leer.

Fagioli famosi: Borlotti-Bohnen-Packung, leider leer.

Das war mir nun aber gerade egal: Samstag Nacht weichte ich die Bohnen ein, Sonntag früh setzte ich den Sugo an und ließ ihn dann gute zwei Stunden vor sich hin schmurgeln.

Die erste Portion gab’s gestern Abend mit den Nachbarn, die zweite heute zu Mittag. Beide Male mit einem generösen Schuss feinsten Olivenöls.

Mittagessen: Pasta e Fagioli.

Mittagessen: Pasta e Fagioli.

Wer wissen möchte, wie viele und welche Regionen Italiens Anspruch als Ursprungsland dieses Gerichtes erheben, lese sich die Kommentare auf dem ZEIT-Rezeptor durch. Übrigens ist es auch bekannt als Pasta e fasoi.

* siehe Nachtrag in den Kommentaren.

 

 

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Ein Kommentar zu Ziel: die weite Welt; im Gepäck: Pasta e fagioli.

  1. Muyserin sagt:

    Nachtrag: Einspruch aus Italien! Aunty Glamorous schreibt:

    Also:
    Zutaten (keine Zwiebel):
    eine Karotte
    einen langen Stengel gruenen Sellerie
    Tomatensausse (enthaelt Zwiebel)
    Rosmarin
    Borlotti-Bohnen
    Parmesankaese, Butter, bestes Olivenoel (ein Muss – va „per legge“ – per Gesetz)

    Zubereitung:
    das Gemuese und das Rosmarin klein schneiden bzw. hacken, in Oel ca. 10 Minuten gut anbraten, die Tomatensausse
    hinzufuegen, dann die Bohnen und Wasser. Da die Bohnen viel Wasser aufsaugen, des Oefteren nachschauen und evtl.
    Wasser hinzufuegen. (Die Bohnen vorher 8-10 Std. in kaltem Wasser einweichen). Kochzeit: 1 bis 1 1/2 Std.
    Spaghetti in ca. 6 cm. lange Stuecke brechen, in gesalzenem Wasser kochen. Spaghetti mit Bohnen, Butter, Kaese und
    Oel mischen.
    Dies ist ein Gericht, das im Sommer auch fast erkaltet gut schmeckt und saettigt. Ein ganzes Paket Bohnen duerfte einer
    vierkoepfigen Familie ca. viermal reichen. Die Bohnen halten sich im Kuehlschrank so 5 Tage.

    So, nun wuensche ich allerseits guten Appetit.

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