Wie kommt eine Landschaft in eine Plastikflasche?

„Wie kommt eine Landschaft in eine Plastikflasche?“, genau das war mein Gedanke angesichts dieser selten verschwurbelten Produktbeschreibung.

Dinge, die die Welt nciht braucht: Textilerfrischer.

Dinge, die die Welt nicht braucht: Textilerfrischer.

Eine ganze Reihe weiterer Fragen waren:

  1. Warum wird das Produkt auf dem deutschen Markt als New Zealand vermarktet? Schließlich ist das kein Markenname, sondern eine (neudeutsch) Edition.
  2. „Neuseelands Traumlandschaft“? Haben die nur eine? Und da wollte mir das neuseeländische Tourismusportal schon erzählen, es gäbe „malerische Fjorde, zerklüftete Gebirge, weite Ebene, sanft geschwungene Hügel, subtropische Wälder, Vulkanplateaus, kilometerlange Küsten mit herrlichen Sandstränden“.
  3. Wie riecht eine Landschaft? Ich kann mir den Geruch von Gras, Felsen und Meer vorstellen. Wann immer aber ich an Textilerfrischern schnuppere, haut mich eine Parfümwolke um.

Naja, Inspiration ist halt ein sehr dehnbarer Begriff … Übrigens, wenn ich meine Textilien erfrischen möchte, hänge ich sie nach guter schwäbischer Hausfrauenart raus an die frische Luft. Da riechen sie dann nach Dresden: inspiriert von Elbe, Neustädter Bahnhof und Hinterhofflieder.

Dieser Beitrag wurde unter Alltagsfreuden abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Wie kommt eine Landschaft in eine Plastikflasche?

  1. Miss Mao sagt:

    Oh, ich hätte da dutzende Düfte von Neuseeland in der Nase. Den Seetang der Küste, vermischt mit dem fauligen Mundgeruch der Seelöwen. Das schwefelige, faulige Blubbern der Mudpools von Wai-o-Tapu. Die eisige Frische am Franz-Josef-Geltscher. Das zarte Aroma des Chardonnay von Gisborne. Das staubige Flirren des Central Otago. Das feuchte Klamm meiner Klamotten nach der Raftingtour. Und so weiter und so fort. Ich fürchte, keiner dieser wunderbaren Erinnerungsdüfte steckt in dieser kiwigrünen Plastikflasche. Ach ja, Fernweh…

    • Muyserin sagt:

      Oh, schön! Du gerätst ja richtig in Schwärmen! Lass Dich doch anwerben – von Febreze oder vom Tourism Board, either way! :)

  2. stefanolix sagt:

    Ein synthetisches Produkt kann doch auch von irgend etwas inspiriert sein. Vielleicht stammt der Chemiker aus Neuseeland ;-)

    Im Drogeriemarkt wird die Absurdität solcher Produkte durch die verfügbare Menge noch gesteigert, Dein Foto zeigt das sehr schön.

    Man könnte sich sofort ein Dutzend Flaschen mit naturreinem Duft aus dem Chemiewerk in Ludwigshafen [oder aus irgend einem anderen Chemiewerk] in den Einkaufswagen stellen.

    Wer kauft das?

Kommentare sind geschlossen.