Frühling im Winter

Wenig schreibe ich zur Zeit auf dem Blog. Mein Leben ist eine große Baustelle, aber das meiste, was mich gerade umtreibt, ist für public announcements einfach zu banal oder privat (oder beides) . Manches genieße ich im Stillen …

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Ich merke, es wird Frühling. Allmählich strahlt tagsüber bereits die Sonne, ist es um sechs Uhr abends noch hell.

Die drei Wochen bis zum tatsächlichen Frühlingsanfang werden die vielleicht längsten meines Lebens … dann feiert meine liebe Mutschka einen runden Geburtstag, und ich werde mich wohl gen Süden aufmachen.

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Am Sonntag war ich mit einem Freund in dessen Garage. Dort befanden sich Kisten voller Geschirr: die Reste eines Lebens, das nun im Pflegeheim enden wird … Ein komplettes Kaffeeservice und eine ganze Kollektion von Schnaps-, Likör- und Sektgläsern wanderte zurück in die Kartons, nachdem das üppige Golddekor von uns mit abschätzigem Blick als Russenkitsch abgetan wurde (Sorry, alter Herr!). Schließlich entdeckte ich doch noch ein paar hübsche Sherrygläschen aus blassviolettem Glas, die mich entzücken konnten.

Likörgläschen – vielleicht taucht das sechste noch auf?

Likörgläschen – vielleicht taucht das sechste noch auf?

Während des Stöberns hörten wir ein merkwürdiges Geräusch. Immer wieder, wenn wir ihm angestrengt hinterher lauschten, war es verstummt; kaum raschelten wir weiter, war es wieder da. Es klang wie eine Kröte, entpuppte sich aber als kleiner Rabe, der auf einem Baum vor der Garage saß und uns wohl seine Frühlingsgefühle kundtun wollte.

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Endlich habe ich auch den inneren Antrieb, die Tage wieder bewusster, vernünftiger zu strukturieren. Momentan versuche ich, ausgewogen und ausgedehnt zu frühstücken und auch ansonsten gesund und abwechslungsreich zu essen. Der Morgenkaffee vor dem Computer fällt ab sofort aus; stattdessen vertiefe ich mich in das Feuilleton meiner Lieblingstageszeitung. Der Sohn von Nachbarn hat als Schüler ein günstiges Abonnement in Anspruch genommen, ohne dass er sie selbst läse. Nun liegt sie früh immer druckfrisch vor der Wohnungstür. Ist das nicht famos?

Wenn ich es eine Woche durchgehalten habe, werde ich ein wenig mehr darüber schreiben, welches Buch mich dazu inspiriert hat.

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Wer selbst Lust auf gesundes Essen verspürt, ohne sich dafür an den Herd stellen zu wollen, dem sei das ZEST in Leipzig empfohlen. Eine Rezension meiner geschätzten Kollegin Grit Mocci im heute erscheinenden PluSZ-Magazin der Sächsischen Zeitung vermittelt einen authentischen Eindruck (ich darf verraten, ich war dabei).

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