Krisenmanagement der Deutschen Bahn: als hätte es Duisburg nie gegeben

Vereiste Lok.

Vereiste Lok.

Der Zug, der uns gestern von Nürnberg nach Dresden bringen sollte, startete bereits mit Verspätung. Wenige Kilometer nach der Abfahrt stoppte er auf freier Strecke. Außer, dass es ein Türenproblem gäbe, wurde nichts bekannt gegeben. So setzte sich die Fahrt im Stop-and-Go fort. Nach ca. anderthalb Stunden hielt der Zug an einem kleinen Bahnhof; wir mussten alle aussteigen und wurden geheißen, mit dem nächsten Zug nach Nürnberg zurückzufahren.

Vereiste Türen.

Vereiste Türen.

Vereiste Waggons.

Vereiste Waggons.

Der Rückersdorfer Bahnhof verfügt nur über zwei Gleise, die durch einen hohen Fußgängerübergang verbunden sind. Nun sollte also ein jeder sein Gepäck die Treppenstufen auf der einen Seite der Brücke empor wuchten, diese überqueren und auf der anderen Seite aufs Gleis 2 hinabsteigen. So weit der Plan.

Bahnhof Rückersdorf.

Bahnhof Rückersdorf.

Leider rafften die bereits unten Angekommenen es nicht, den Bahnsteig entlang zu gehen, sondern blieben wie blödes Vieh direkt am Fuß der Treppe stehen, so dass sich binnen kürzester Zeit Rückstau bildete. Schließlich kam auch einigen die Idee, dass sie nicht mehr zurückfahren und stattdessen lieber Taxis benutzen wollten. Diese drängelten sich also durch den auf der Treppe stehenden Pulk, der nach unten wollte, wieder nach oben. Wir reden von mehreren Hunderten Reisenden.

Ohne unnötigerweise ein melodramatisches Bild zeichnen zu wollen: in meinem Kopf schrillten sämtliche Alarmglocken, und ich fühlte mich an die Bilder der Duisburger Love-Parade erinnert. Weder der Schaffner, noch ein Polizist sahen sich in der Pflicht, die unten Stehenden zum Weitergehen zu bewegen. Ohne eine Möglichkeit, meine schweren Gepäckstücke abzulegen oder -stellen, steckte ich wohl zwanzig Minuten im Gedränge auf der Brücke fest, während wenige Meter vor meinen Augen ein halb leerer Bahnsteig lag. Es war gefährlich, es war unnötig. Es war empörend.

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