Weiße-Bohnen-Suppe mit geröstetem Knoblauch und Chiliöl

Auf der Suche nach neuen Ideen für die Alltagsküche habe ich kürzlich meine Kochbücher-Bibliothek gewälzt und bei vielen Rezepten, die ich noch nie zuvor zubereitet habe, Lesezeichen zwischen die Seiten gelegt. Daher dokumentieren diese Anleitungen eher meine Herangehensweise an Neues, denn jahrelange Verfeinerung. Ich koche, wie Sie und Du. Improvisation und Unbekümmertheit sollten den Alltag bestimmen, nicht Streben nach Perfektion (das man getrost den Restaurants überlassen darf).

Den Auftakt macht eine toskanische Suppe, die nur ein wenig Vorausplanung bedarf, aber dennoch relativ schnell zubereitet ist. Neben dem Geschmack verwöhnt sie die Sinne mit einem überwältigend mediterranen Aroma.

Für 2-4 Personen (je nach Hunger) ca. 250 g Bohnen mit reichlich Wasser bedecken und über Nacht einweichen lassen (das ist für mich die größte Hürde: bei solchen Rezepten vorauszuplanen). Am nächsten Tag mit dem Einweichwasser und etwas Salz aufkochen. Eine Handvoll Salbeiblätter und zwei gehackte Knoblauchzehen sowie einige Löffel Gemüsebrühe zugeben und so lange köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind (ich mache das lieber bei geringer Hitze und langsam: so kann ich nebenher anderen Dingen nachgehen, ohne dass ich ständig die Bohnen im Blick behalten muss). Eventuell Wasser nachfüllen.

Brühe mit Salbei und Rosmarin.

Brühe mit Salbei und Rosmarin.

Inzwischen zwei weitere Zehen Knoblauch in Scheiben schneiden und mit 1 EL gehacktem oder getrocknetem Rosmarin und einigen, großen Salbeiblättern in reichlich warmem Olivenöl dünsten. Nach Belieben ein paar Chiliflocken beigeben. Spätestens jetzt kann man sich auf eine hocharomatische Suppe freuen! Wichtig: das Öl darf nicht heiß sein, weil der Knoblauch sonst anbrennt und bitter wird.

Würzöl mit Knoblauch, Rosmarin und Salbei.

Würzöl mit Knoblauch, Rosmarin und Salbei.

Die Suppe pürieren (für meinen Geschmack darf sie gerne noch „stückig“ sein), mit Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren mit dem Würzöl beträufeln. Dazu passt z. B. eine warme Oliven-Focaccia.

Weiße-Bohnen-Suppe mit geröstetem Knoblauch und Chiliöl.

Weiße-Bohnen-Suppe mit geröstetem Knoblauch und Chiliöl.

Als Inspiration diente ein Rezept aus Maxine Clarks Italienisch einfach: Neue Klassiker aus Italiens Küchen, das 2000 bei Gräfe und Unzer erschien. Das Rezept entstammt der vorindustriellen, bäuerlichen Küche: Die Brühe ist eigentlich selbstgemacht; die Bohnen garen eigentlich im Ofen; die Suppe wird eigentlich aufgeteilt und nur zur Hälfte püriert etc. In diesen „eigentlichen“ Punkten wurde es von mir an die heutigen Zeitverhältnisse angepasst, ohne dass der ländliche Charakter verloren ginge. Aufgrund ihres rustikalen Charakters ist die Suppe sicher eher ein Herbst-/Winterrezept; allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass sie am Vortag zubereitet und gut gekühlt auch eine Sommersuppe abgibt.

P.S. Ich habe diese Suppe einen Tag vor einer Reise von J. zubereitet. Seine Reisegefährten waren alle Raucher, die darauf bestanden, auch im Auto ihrem Laster zu frönen. Wir nannten die Suppe eine präventive Rache … ;)

Dieser Beitrag wurde unter Soma & Aroma, Suppe am Samstag abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Füge den Permalink den Lesezeichen hinzu.

7 Antworten auf Weiße-Bohnen-Suppe mit geröstetem Knoblauch und Chiliöl

  1. Jan sagt:

    Lustig, die Liebste hatte mich auch grad erst vor einer Woche von der Essbarkeit weißer Bohnen überzeugt mit einer italienischen Bohnensuppe. Auch mit ordentlich Knoblauch und Salbei… wurde dann allerdings nicht püriert.

  2. derbaum sagt:

    kling absolut lecker – das werde ich probieren…

  3. Eyachfreund sagt:

    Die werde ich mir auch zubereiten, denn es liest sich verlockend; aber kann man es nicht noch mehr an die heutigen Zeitverhältnisse anpassen, indem man die weißen Bohnen schon vorgeweicht in der Dose kauft? oder ist das bä? Außerdem: wie püriert man eine Suppe, wenn man keine Küchenmaschine hat?

    • Muyserin sagt:

      Ach, machen kann man immer alles.

      Ich persönlich finde, die Brühe, in der Dosenbohnen schwimmen, riecht schon beim Öffnen so unappetitlich, dass es mich nicht anmacht. Es ist ja wirklich nur ein kleiner Schritt, am Vorabend dran zu denken, die Bohnen anzusetzen. Das dauert 1 Min.

      Überdies denke ich, dass die Ökobilanz getrockneter Bohnen besser sein dürfte: erstens werden sie nicht in einer Weißblechdose verkauft, die, wenn ich recht erinnere, in der Herstellung und beim Recycling kostenintensiv ist. Zweitens bezahlt man bei einer Dose Bohnen ja auch für den Transport der Flüssigkeit, die man genauso gut zu Hause beifügen kann.

      Und drittens ist den merkwürdigen Gemüsemischungen, die zwischen den Bohnen schwimmen, u. U. auch Glutamat oder anderes beigefügt, das ich zu vermeiden suche.

      Eine völlig cremige Konsistenz läßt sich am besten mit einem Stabmixer erreichen. Ansonsten: Kartoffelstampfer oder Flotte Lotte, stelle ich mir aber als ziemliche Sauerei vor. Pürierstäbe gibt es schon ab ca. fünfzehn Euro. Wenn man kein Meisterkoch werden möchte, genügen sie den Anforderungen m. E. völlig. Bei No-Name-Produkten würde ich darauf achten, dass sich das Schneidegerät vom Motorblock zu Reinigungszwecken trennen läßt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>