Stadtfest-Dresden-Nachlese: Der FoodClub.44 auf dem Canaletto

Das vergangene Wochenende war für mich dicht gepackt mit Ereignissen und Eindrücken, und eigentlich hätte ich am liebsten gleich am Montag darüber gebloggt. Doch oh weh!, fast alle meine Fotos waren beim Kopieren vom Smartphone auf den Home Server verschütt gegangen, und das Wiederfinden nahm seine liebe Zeit in Anspruch. Und ein paar Bilder hat’s leider verrissen, die sind nun zur Hälfte grau.

Egal.

Nach einem langen Mittagsschlaf, bei dem meine Familie und ich praktischerweise den heiß ersehnten Regenschauer verschliefen, spazierten wir also aufs Stadtfest. Und nein, ich werde nie in das Marketingsprech verfallen und sagen, „wir waren auf dem Canaletto!“. Das käme mir als gelernter Kunsthistorikerin doch zu albern vor. Den 499 000 anderen Besuchern mit anderem Bildungsweg wahrscheinlich auch.

Da es zuhause kein großes Mittagessen gegeben hatte, war Dresdens erster Streetfood-Markt, der FoodClub-44/FOODCLUB.44 am Jorge-Gomondai-Platz unser Ziel.

Die schönsten Eindrücke hatte ich bereits auf Instagram veröffenlicht:

Fürs Bubele gab’s also ein Kakaopulververteilungsrohr:

#StaDDfest #Dresden Nachlese: ECHOEchochochochocolade von der #Baumstriezelmanufaktur #FoodClub44-#Streetfood-Angebot Ein von Kathrin Muysers (@muyserin) gepostetes Foto am

(Das Bild von seiner Schmierschnute hat’s leider verrissen, siehe oben.)

Und sonst?

Das Dampfschwein ließen wir links liegen – nicht, weil wir es nicht mögen, sondern weil wir es schon kannten. Stattdessen probierten wir bei Ringlers das Ox Grill Sandwich. Das Fleisch war wirklich gut, aber „unser“ Dampfschwein braucht sich im Vergleich nicht zu verstecken! Vor allem eine Entsprechung zu dessen feinem Apfelkrautsalat hat mir beim Ochsendreier gefehlt.

Danach waren wir satt – auch an Eindrücken, denn die Standbetreiber hatten sich allerlei Schabernack einfallen lassen:

Eine nahm’s gelassen:

#StaDDfest #Dresden Nachlese: Zuckerbäckerin macht Pause #Baumstriezelmanufaktur #FoodClub44

Ein von Kathrin Muysers (@muyserin) gepostetes Foto am

Dann schlenderten wir erst einmal die Hauptstraße entlang:

  #StaDDfest #Dresden Nachlese: Auf der #Hauptstraße vor der #Markthalle   Ein von Kathrin Muysers (@muyserin) gepostetes Foto am

Als das Bubele das Riesenrad erblickte, gab’s kein Halten mehr. Zum Glück ließen wir uns überreden.

(Nach dem Kauf der Tickets fragten wir die Jahrmarktsfrau in ihrem Kassenhäuschen, ob wir mit dem Baby in der Trage vielleicht die Warteschlange überspringen dürften, um nicht zehn Minuten direkt vor den wummernden Kirmesboxen anstehen zu müssen. Darauf sie: „Das macht den Kleinen überhaupt nichts, glauben Sie mir!“ – Da waren wir zu baff, um weiter zu argumentieren.)

Megaspaß auf dem #Canaletto #StaDDfest #Dresden – #Riesenrad fahr‘ ich jetzt jedes Jahr!

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#StaDDfest #Dresden Nachlese: #Riesenrad #Glücksmaschine #Nervenkitzelkoloss #Schreischleuder #Panoramapurzler

Ein von Kathrin Muysers (@muyserin) gepostetes Foto am

Zurück am Jorge-Gomondai-Platz durfte das Bubele noch Zügle fahren, während wir uns für einen Chicken Bob von der Burrito Bande entschieden. Den empfand ich als eine ziemliche Enttäuschung (auch wenn die Jungs bei aller Coolness sehr nett aufgelegt waren). Vom Hühnchen schmeckte ich fast nix, stattdessen fragte ich mich kurz, ob ich aus Versehen die Variante mit Sojahack erwischt hatte. Mir fiel wieder ein, was der von mir hochgeschätzte Koch und Schriftsteller Anthony Bourdain in seinem Post „Under the Volcano“ über mexikanisch inspiriertes Essen gesagt hatte:

[…] as much as we think we know and love it,  we have barely scratched the surface of what Mexican food really is. It is NOT melted cheese over a tortilla chip. It is not simple, or easy. It is not simply ‘bro food’ halftime. It is in fact, old– older even than the great cuisines of Europe and often deeply complex, refined, subtle, and sophisticated. A true mole sauce, for instance, can take DAYS to make, a balance of freshly (always fresh) ingredients, painstakingly prepared by hand. It could be, should be, one of the most exciting cuisines on the planet. If we paid attention.

Vielleicht hatte ich einen schlechten Tag erwischt. Denn dass man mit diesem labbrigen, undefinierbar gefüllten Burrito bei einem Privatsender den Titel „Deutschlands bester Foodtruck“ gewinnen konnte, will mir einfach nicht in den Kopf.

Mein Fazit? Dieser FoodClub-44/FOODCLUB.44 ist ein lobenswerter Ansatz, aber für meinen Geschmack noch deutlich zu homogen. Die Dezember-Ausgabe des KulturSPIEGEL widmete sich der Sterneküche“, also den„besten Restaurants unter freiem Himmel“, womit nichts Anderes als StreetFood gemeint war. Das Dampfschwein war unter der Bestenliste, aber es wurden auch Exotiker wie Käsespätzle to go, Cornish Pasty oder Ceviche in der Street-Food-Variante vorgestellt. Von außereuropäischen Küchen ganz zu schweigen. Liebes Marketing-Team, „umwerfend anders“? Frisches Essen „aus aller Welt“? Da geht noch was. Ich bin gespannt auf nächstes Jahr. Schön wäre auch, wenn man sich bis dahin auf eine einheitliche Schreibweise für die Veranstaltung geeinigt hätte – würde das Hashtaggen wesentlich vereinfachen.

Auch was die begleitenden chilligen Beats anbelangt, müssten die für mein Glück nicht gar so laut ausfallen, dass man sich kaum unterhalten kann, zumal wenn in unmittelbarer Nähe etliche Angebote für Kinder angesiedelt sind. Aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten. Dor Deutsche meggert halt gern.

PS Und jetzt gehe ich endlich gucken, was Kollege Ulrich van Stripriaan über den FoodClub.44 zu sagen hatte.

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„Du … MUTTI!“

Am Freitagnachmittag führen mich meine Besorgungen die Königsbrücker Straße entlang. Unter einem Baum auf der Wiese neben der Post sehe ich einen angeleinten Hund. Das wäre an und für sich nicht bemerkenswert, doch beträgt die aktuelle Außentemperatur 33 Grad. Einen Wassernapf kann ich nicht entdecken. Na gut, es ist ja kein Problem, kurz in die Post hineinzugehen und in die Runde der dort Anstehenden zu fragen, ob der Hund jemandem gehört. Tut er aber nicht. Eine vor den Stufen zur Post sitzende Bettlerin schüttelt auf meine Frage, ob das ihr Hund sei, ebenfalls den Kopf. Nun bin ich etwas alarmiert. Vielleicht ist der oder die HalterIn kurz über die Straße geeilt, wo es eine Menge Läden gibt: Ernsting’s, Blumenladen, Lottoannahmestelle, Bäcker etc. Oder aber Frauchen/Herrchen hat sich in der Bibliothek festgelesen. Nicht gut.

Also gehe ich nochmals in die Postfiliale und mache die Angestellten hinter den Schaltern auf den Hund aufmerksam, verbunden mit der Bitte, binnen der nächsten Stunde die Polizei zu alarmieren, falls ihn bis dahin niemand abgeholt hat. Alle nehmen Anteil, finden meinen Vorschlag gut und erklären sich bereit.

Ich bin schon fast wieder zur Tür hinaus und verabschiede mich noch von den Postfrauen, die zum Gucken mitgekommen waren, als ein junger Typ mit T-Shirt, kurzen Hosen und Bart mich annölt, was ich mich einmischen würde, dem Hund ginge es gut. Noch denke ich, es handelt sich um ein Missverständnis und werbe um Verständnis für mein Verhalten: „Ja, aber bei diesen Temperaturen und ohne Wasser kann sich das doch schnell ändern.“ Für ihn kein plausibler Grund – warum Spießer wie ich sich immer einmischen müssten? Daraufhin ich, betont sachlich: „Der Einzige, der sich aktuell einmischt, bist Du. Und außerdem ist ja alles geklärt. Wir können jetzt also beide unserer Wege gehen.“ Irgendwas an dieser Antwort scheint ihm nicht zu gefallen; er kommt nun geradewegs auf mich zu und wirft mir (mit für mein Empfinden deutlich zu geringem Körperabstand) ein „Du … MUTTI!“ an den Kopf.

Bravo, Sherlock Holmes, eine Meisterleistung, mich mit Baby in der Trage als Mutter zu identifizieren! Doch angesichts dieser Macho-Verbalattacke und seinem mir-und-meinem-Kind-auf-die-Pelle-Rücken ist es nun auch mit meiner Selbstbeherrschung vorbei. Ich fühle, wie eine beinahe heilige Wut mich überkommt: „Ja, bin ich, und Deine Mutter fände es bestimmt ziemlich armselig, dass Du ‚Mutti‘ als Schimpfwort gebrauchst.“ Daraufhin entgleiten seine Züge; beinahe kreischend bringt er ein „Meine Mutter ist VERDAMMT STOLZ auf mich!“ zustande. Ich kann es mir nicht verkneifen: „Ach ja, worauf denn? Deine Fähigkeit zur Empathie oder Deine charmante Art?“.

Als sich dann eine Postangestellte solidarisch an meine Seite gesellt, macht der Typ sich daran, Leine zu ziehen – nicht ohne dass ich ihm mit dem Frust der ganzen letzten Monate hinterherrufe:

„Leute wie Du sind der Grund, dass unser Land zunehmend den Bach hinunter geht!“

Das einzig Gute an der Sache? Der Hund war inzwischen weg.

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12 von 12, August 2015

Ich, ein Early Adopter? Wo ich schon zu Schulzeiten lieber die Finger davon ließ, wenn ich die anderen Kinder von etwas Coolem schwärmen hörte, aus Angst, es nicht zu kapieren oder mich zu blamieren. Und wenn ich dann doch meine Scheu überwand, ärgerte ich mich, nicht schon viel früher damit angefangen zu haben.

Mit den sozialen Medien verhält es sich ganz ähnlich. Mein erstes Blog hob ich 2008 aus der Taufe, was mich zwar nicht zum Geek Girl macht, aber noch respektabel ist. Als Instagram das große Ding wurde, stand ich wiederum ratlos daneben. Wozu brauchte es denn noch eine Bilderplattform, wo es doch flickr gibt?

Andererseits bin ich ja auch Facebook unterwegs, obwohl es mir dort immer weniger gefällt. Und da recht viele meiner Bekannten Instagram nutzen, wollte ich es früher oder später doch mal ausprobieren. Als ich dann vor ein paar Monaten zum ersten Mal auf das 12-von-12-Projekt stieß (man veröffentlicht am 12. jeden Monats zwölf Bilder vom Alltag), war mir gleich klar, dass das die Chance zum Einstieg wäre.

12-von-12-Logo

Zwölf Schnappschüsse zu posten, hat erstaunlich viel Zeit gekostet. Nicht die Motivsuche, nicht das Knipsen, sondern das Posten. Liegt’s an mir, oder ist Instagram nicht sonderlich intuitiv? Vielleicht lässt sich das mithilfe diverser Apps, die ich halt noch nicht kenne, einfacher gestalten (über Tipps in den Kommentaren wäre ich dankbar)?

Zum Beispiel wollte ich meine 12-von-12-Bilder von Instagram in WordPress einbinden. Die Plugins dafür scheinen mir aber alle ziemlich kompliziert (ich schreibe das nur, damit ich das Einrichten guten Gewissens meinem resident geek aufs Auge drücken kann). Für heute muss ein simpler Screenshot meiner 12-von-12-Bilder genügen.

My #12of12 for August 2015 (screenshot).

My #12of12 for August 2015 (screenshot).

Es war ein langer Tag – eine Legende zu jedem 12-von-12-Bild findet sich drüben auf meinem Instagram-Konto. – Danke an die Freunde, die mir schon folgten, ehe ich auch nur ein Bild gepostet hatte. Überhaupt kein Druck, den das aufbaut.

PS Und jetzt geh’ ich und abonniere Beyoncé. Die hat Instagram ja schließlich erfunden.

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GDR Children’s Book Illustrations

In diesem Artikel beschreibe ich, wie ich auf die Illustrationen in DDR-Kinderbüchern aufmerksam wurde und was mir an ihnen gefällt.*

Every now and then, I visit the KALeB Kleiderkammer, a charity shop in Dresden that not only offers children’s clothes against an almost symbolic fee, but also has a box of giveaway books. I used to go through them when my son was too young to handle books with care, so I’d get him some that were already well-read and later, when he’d have had his way with them, I tossed them into the Altpapier.

(Bubele has since become quite the little bibliophile, demanding every Saturday a „weekend book“ from a „treasure trove“ his Oma got him as a present: the „Bilderbuchschatz“ by renowned German weekly paper ZEIT, consisting of eight children’s book classics.)

But I have kept my habit to go through the freebie book box, as sometimes, one can discover veritable treasures of children’s book design, even though the books themselves may strike us as dated.

Case in point:

Willibald Winkler, Wir musizieren auf der Triola. Berlin: VEB Lied der Zeit, 1976.

Willibald Winkler, Wir musizieren auf der Triola. Berlin: VEB Lied der Zeit, 1976.

(Sorry for the bad picture; I had two children in tow and did not want to take the book with me, so I had to take a snapshot.)

It’s a song book for children and Young Pioneers (which is the reason why it might not be popular any more). I love how the colourful horizontal stripes and the dancing children work both on a literal level in transporting a sense of music and dance while at the same time evoking sheets of music. Sadly, I did not look up the graphic designer!

The faux-naïveté displayed here is also a design element I have become more interested in since the birth of my children, as it often makes for lovely nursery or toy design, so much so that I treated myself to a coffee table book (by uber-cool Berlin-based publishers Die Gestalten) titled Naïve: Modernism and Folklore in Contemporary Graphic Design, which is due to arrive in a few days. I am very much looking forward to leafing through its pages.

I would like to include a few more discoveries, but I am afraid I can’t find them at the moment (oh, the pleasures of a household with a newborn: nothing is ever in order and the little one conveniently gets all the blame). – I will post them when the opportunity arises.


*The idea of providing an abstract in German of my blog articles in English was suggested by reader pennarsson. Thanks!
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Bräter

Es gibt in unserer Küche einen sehr schweren Topf, diesen:

Bräter

Woher er stammt, keine Ahnung.
Ob man ihn noch verwenden sollte, und wenn ja, wofür, keine Ahnung.

Sachdienliche Hinweise erbeten! Danke.

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Was ich mit der Herzogin von Cambridge gemein habe

Nachdem mein Geburtstag aufgrund meiner Unpässlichkeit komplett flach fiel, gönne ich mir heute mal einen belanglosen Eintrag.

Schon lange hatte ich mich gefragt, ob ihr Entbindungstermin der selbe ist, wie meiner. Die immer seriöse Daily Mail scheint nun meine Vermutung zu bestätigen – auch wenn sie selbst im Endstadium fast noch als rank und schlank durchgeht, während ich mich selber nur noch als gestrandete Seekuh wahrnehme.

Was die royale Umstandsmode betrifft, ist es zwar löblich, dass sie ein paar Kleidungsstücke von der letzten Schwangerschaft ausgemottet hat, aber hier schlage ich sie um Längen. Bis auf eine Winterjacke und Wollstrumpfhosen habe ich mir für diese Schwangerschaft nichts gekauft, und das lag auch nur daran, weil die letzte eine Sommerschwangerschaft war. Es ging mir auch die meiste Zeit nicht so gut, dass mir nach etwas Hübschem zum Anziehen zumute gewesen wäre.

Aber wenn ich mir ein Stück aus der herzöglichen Garderobe wünschen dürfte, wäre es dieser Mantel. £ 685. Oh, well.

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Kombinat Delikat: Salsiccia Chipotle (und was man damit machen kann)

Gestern Abend war es endlich soweit: Mann und Kind waren beim Kombinat Delikat einkaufen.

Das Verkaufsfenster des Kombinat Delikat.

Das Verkaufsfenster des Kombinat Delikat.

Anfang Februar hatte ich zum ersten Mal von dieser neuen, etwas anderen Fleischerei gelesen, die bis dato nur einmal in der Woche öffnet und nur wenige, ausgewählte Produkte aus eigener Fertigung anbietet.

Salsiccia Chipotle vom Kombinat Delikat.

Salsiccia Chipotle vom Kombinat Delikat.

In dieser Woche gab’s u. a. Salsiccia Chipotle – nein, ich wusste auch nicht so richtig, was man sich darunter vorstellen konnte. Aber als Liebhaberin jeglicher italienischer Wurstwaren ließ ich mich vom Namen einwickeln.

Leider waren die Würste noch tiefgefroren, so dass es ein recht spätes Nachtmahl wurde. Aber was für eines. Wirklich gut gefüllt war der Kühlschrank nicht, also verfuhr ich nach der Rumpelstilzchen-Methode: Stroh zu Gold.

Salsiccia Chipotle mit Kartoffelpüree und Apfel-Zwiebel-Confit.

Salsiccia Chipotle mit Kartoffelpüree und Apfel-Zwiebel-Confit.

Kurzerhand machte ich das, wofür ich noch jedes Mal Lob von meinem Mann geerntet habe: Apfel-Zwiebel-Confit – nicht, weil meines so besonders wäre, sondern weil es einfach eine leckere Beilage ist, noch dazu im Handumdrehen zubereitet. Dazu gab’s Kartoffelpüree, mit Meerrettich verfeinert.

Die Salsiccia Chipotle war weniger pikant, als erwartet. Dafür besaßen sie eine herzhafte Kräuternote.

Die Würste werden wir auf jeden Fall wieder kaufen und bevorraten. Etwas schade finde ich, dass man bis dato kaum etwas über die Herkunft des verwendeten Fleisches sowie über die Macher hinter dem Kombinat Delikat erfährt. Aber die Website scheint ja nur als Interim gedacht. Seien wir also gespannt.

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Menu, 23. Juli 1928

Ich weiß gar nicht, was mich mich an diesem kleinen Zeitdokument mehr begeistert:

Gesehen in der Bockmühle im Polenztal.

Gesehen in der Bockmühle im Polenztal.

  • Die wunderhübsche Art-déco-Vignette mit der Rokoko-Dame
  • Das Menü – „Frankfurter Pudding“? Nie gehört. Beim Googeln aber ein Rezept aus dem Jahr 1902 gefunden.
  • Die Schriftarten des Wortes „Menu“ und des Slogans „Trinkt [W]alzenhauser Tafelwa[sser]“
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Märzenbecherblüte im Polenztal

Märzenbecherblüte im Polenztal: dieses Naturschauspiel in Augenschein zu nehmen, hatten wir uns schon ein paar Jahre vorgenommen, aber leider verpassten wir immer den rechten Zeitpunkt.

Nun neigte sich am Wochenende ein zweiwöchiger Besuch meiner Mutter seinem Ende zu, und da sie uns aufopfernd bei der Pflege des windpockenkranken Bubeles unterstützt hatte, um mir und meinem Mann den Rücken für den Nestbau frei zu halten, wollten wir uns mit einem schönen Ausflug und einem Tag mal ganz ohne Verpflichtungen bedanken.

Mit dem Teilauto fuhren wir aus der Stadt hinaus. Der Anblick von Burg Stolpen provozierte einen Monolog des Bubele über „Rittern“ und 1000 Fragen, warum es diese heutzutage nicht mehr gibt. Noch vor einem Abzweig nach Stolpen sahen wir ein ruinöses, dennoch imposantes Landgut.

Im Polenztal angekommen, merkten wir, dass es leider immer noch sehr kalt war. Auch drangen keine Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Dennoch reihten wir uns in die Menge, die das Polenztal zu Fuß erkundete. Am besten gefiel es wohl dem Bübchen: jeder Stock, jeder Stein, jedes Ast- und Erdloch bot Anlass zu hingebungsvoll-selbstvergessenem Spiel.

Hingebungsvoll waren auch die beiden Fotografen mit Profi-Ausrüstung, denen wir sowohl auf dem Hin- als auch eine halbe Stunde später auf dem Rückweg beim Fotografieren ein und desselben Märzenbecher-Büschels zusehen konnten.

Ich frage bei solchen Motiven einfach meinen Mann:

Zum Glück hatte er auch die Idee gehabt, gleich bei der Ankunft einen Tisch in der rappelvollen Bockmühle zu reservieren. Eine Stunde später und ziemlich durchgefroren, freuten wir uns über frische Rathmannsdorfer Forellen.


Die Bedienung trug Nasenring und den Ansturm mit Fassung. Angesichts der Umstände war ihre Freundlichkeit doppelt erfreulich.

Zurück im Auto, schlief das Kind sofort ein, so dass wir die Zeit für einen spontanen Abstecher nach Schmilka nutzten, wo mein Mann und ich am Reformationstag ein zauberhaftes (hier leider undokumentiert gebliebenes) Wochenende im ehemaligen Forsthaus verbracht hatten.

Kaffee und (wagenradgroßen) Kuchen gabs in der urgemütlichen Mühlenbäckerei. Sogar die Sonne zeigte sich noch.

Auf dem Heimweg jedoch merkte ich, wie meine Kräfte schwanden. Für mich war es genug gewesen, zuhause fiel ich wie tot ins Bett.

Wer die Märzenbecherblüte im Polenztal selbst erleben möchte, dem sei das liebevoll gepflegte Märzenbecher-Tagebuch empfohlen.

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Dresden isst fantastisch – ich auch!

Im Leben nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mich nach der (nicht unangenehmen) Tour de Force während meiner ersten Schwangerschaft, in der ich bis ins dritte Trimenon hinein als Restaurantkritikerin für die 2011er-Jahresausgabe des damaligen AUGUSTO-Magazins unterwegs war, bei meiner zweiten Schwangerschaft in einer vergleichbaren Situation befinden würde.

Und doch, und doch:

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

Seit Anfang Februar watschle ich zweimal die Woche im Auftrag der Dresdner Neuesten Nachrichten für „Dresden isst fantastisch“ los, um jedes Mal erstaunt festzustellen, dass sich für ein Gourmetmenü auch in einem Kugelbauch noch Platz finden lässt.

Einen interessanten Unterschied zu der sonst eher diskreten Tätigkeit gibt es. Weiterlesen

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