Dresden isst fantastisch – ich auch!

Im Leben nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mich nach der (nicht unangenehmen) Tour de Force während meiner ersten Schwangerschaft, in der ich bis ins dritte Trimenon hinein als Restaurantkritikerin für die 2011er-Jahresausgabe des damaligen AUGUSTO-Magazins unterwegs war, bei meiner zweiten Schwangerschaft in einer vergleichbaren Situation befinden würde.

Und doch, und doch:

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

Seit Anfang Februar watschle ich zweimal die Woche im Auftrag der Dresdner Neuesten Nachrichten für „Dresden isst fantastisch“ los, um jedes Mal erstaunt festzustellen, dass sich für ein Gourmetmenü auch in einem Kugelbauch noch Platz finden lässt.

Einen interessanten Unterschied zu der sonst eher diskreten Tätigkeit gibt es. Weiterlesen

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Mein Möbel-Blues, mein Nestbau-High

Ich bin im siebten Monat schwanger, von Zur-Ruhe-Kommen keine Spur. Im Zuge des Der-Dreijährige-braucht-endlich-ein-Kinderzimmer und des Unser-Home-Office-ist-eh-seit-Jahren-nur-noch-Rumpelkammer, wuchs sich die Büro-zu-Kinderzimmer-Transformation zu einer allumfassenden Jetzt-oder-Nie-Evaluation der Wohnung aus, deren Genese sich vom Studentenwohnheimzimmer über die Junggesellinnenbleibe hin zum ersten Zusammenziehen zweier DINKYs zum Leben mit erst einem, nun bald zwei Kindern vollzog.

Ergebnis: Kein Stein bleibt auf dem Anderen, kein Auge trocken, kein lange lieb und teuer gehaltenes Sentiment, das nicht über Bord geworfen werden würde.

Ich bin radikalisiert, anders kann ich es nicht beschreiben. Was nutzt mir der schönste Jugendstilschrank, wenn die Kleider von vier Menschen sich vor allem außerhalb dessen in der Wohnung türmen? Was der Ehebett-große Gründerzeit-Schreibtisch, wenn er statt ellenlanger Rollen mit Architekturzeichnungen nur noch einen Laptop tragen muss? Was die Vintage-Vitrine, wenn das Bubele am liebsten Bälle in die Scheiben pfeffert?

Ich hätte nie geglaubt, dass ich mal so sang- und klanglos loslassen würde, woran mein Herz und auch meine Wurzeln hingen. Aber: Tempora mutantur, et nos mutamur in illis. Ich bin nicht mehr nur ich, ich bin Mutter, ich bin Teil einer Familie, und die Anforderungen sind radikal andere.

Vielleicht werde ich es irgendwann bereuen. Aber meiner Erfahrung nach lebt man mit Kindern so sehr im Hier und Jetzt, dass es unwichtig ist, ob das Heim mit Stil- oder Schwedenmöbeln bestückt ist.

Ich freue mich so sehr auf die Zukunft mit meinen beiden Kindern, dass mir alles Andere fast egal ist.

Wer sich an meiner Misere (buh-fucking-huh) bereichern will: bitte hier entlang. Die Liste wird ständig erweitert und aktualisiert.

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„So geht sächsisch“? Notizen zur Bestattung von Khaled Idris Bahray

Ein Satz in einem Zeitungsartikel zur Bestattung des getöteten Asylbewerbers Khaled Idris Bahray stimmt mich sehr nachdenklich:

„Der 20-Jährige hatte in Dresden gewohnt, dort sei aber keine islamische Bestattung im Tuch möglich […]“

Daher fand die Beisetzung vergangenen Samstag in Berlin statt. Aus irgendeinem Grund fällt mir ein (fälschlicherweise Mahatma Gandhi zugeschriebenes) Sprichwort ein:

„The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated.“

Ich finde, Ähnliches lässt sich über unseren Umgang mit Toten sagen, der viel über den Wert verrät, welchen wir ihnen als Lebende beimaßen.

*

Leserbrief an die Sächsische Zeitung vom Wochenende zum Thema Aufnahme von Flüchtlingen:

„[…] Die Straßen sehen aus wie Sau. […] Bevor man so etwas plant, sollte man wohl eher mal die wirklich wichtigen Sachen angehen.“

*

Warum ist eine Bestattung nach islamischem Ritus innerhalb Deutschlands mal möglich, mal nicht? Verstößt das nicht gegen den Grundsatz, dass niemand aufgrund seines Glaubens benachteiligt werden darf? Vielleicht nicht de iure, sicher aber de facto. Die Probleme im Umgang mit Fremden ziehen sich über deren Tod hinaus.

*

Die zunächst mysteriösen Todesumstände des Asylbewerbers scheinen ja mit der Festnahme seines Mitbewohners geklärt, auch wenn z. B. ein taz-Artikel weiterhin reißerisch titelt: „Verdacht gegen Verdacht“.

Mein Trauer für diesen Fremden bleibt von der neuen Faktenlage unberührt. Selbst wenn sich in Khaleds Blut „laut Obduktionsbericht ‚große Mengen‘ Drogenrückstände“  fanden, glaube ich nicht, dass sein Leben hier eine einzige große Party war. Nochmal die taz:

„‚Die sitzen wochenlang in der Wohnung und schlafen den ganzen Tag, ohne Kontakt zur Außenwelt.‘“ Etwa 200 Asylbewerber leben in Prohlis, 1,5 Betreuerstellen gibt es für sie, einer ist derzeit krank. Die Flüchtlinge, oft sehr jung, teils traumatisiert, sind sich selbst überlassen.“

Khaled hatte eine Mutter, die ihn zur Welt brachte, Hoffnungen für  ihn hatte, ihn durchs Leben gehen und glücklich werden sehen wollte.

Ein paar Seiten weiter seine Todesanzeige:

„Er suchte eine Zukunft und ein Leben in Freiheit.“

Der schlichte Satz berührt mich sehr. Das ist die Tragödie. Darum geht es für mich  im Kern, ungeachtet aller Umstände. Daher trauere ich mit Khaleds Familie, ungeachtet aller Umstände.

Die Unterzeichnenden sind AWO, Ausländerrat, Caritas und Flüchtlingsrat. In meinen Augen eine, wenn auch kleine, so doch wichtige Geste. In Dresden wird kein Grab an Khaled Idris Bahray erinnern.

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Gegen Gewalt an Kindern: Opfer-Telefon des Weißen Rings

Als ich vergangenes Jahr über meine Erfahrungen mit Gewalt gegen Kinder schrieb, war ich etwas ratlos, wem man dies am besten melden solle und fand, dass im Internet auf die Schnelle erstaunlich wenig konkrete Ratschläge und Hilfsstellen auffindbar waren.

Opfertelefon_WeißerRing

Das Opfer-Telefon des Weißen Rings.

Durch eine Plakataktion des Weißen Rings stieß ich nun auf deren Opfer-Telefon, dessen Nummer 116006 ich mir auf jeden Fall in meinem Telefon abspeichern werde.

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Nicht mehr alle Tassen im Schrank oder: Warum man hier auch weiterhin eher über schöne Gegenstände als hässliches Zeitgeschehen lesen wird

Nachdem meine kleine Familie und ich jüngst von Gastroenteritis gebeutelt wurden (so heftig, dass meine beiden Augen trotz Genesung auch Tage später blutunterlaufen sind), führte mich mein erster Auftrag auf wackligen Beinen in eine Ausstellung, über die ich gerne ein wenig ausführlicher berichten möchte, wenn sich die Chance ergibt.

Alle Tassen im Schrank: Ausstellungsexponat im Deutschen Hygiene-Museum.

Alle Tassen im Schrank: Ausstellungsexponat im Deutschen Hygiene-Museum.

Hin und weg war ich jedenfalls von diesem Tassen-Stilleben im Rahmen der Schau. Niemand sah hin, als ich ins Regal griff, um den Unterboden der Tassen auf Herstellerangaben zu untersuchen, und ich bin mir fast sicher, niemand hätte bemerkt, wenn dort plötzlich zwei Tassen weniger stehen würden. Ich war in der Tat magisch angezogen von diesen Designs aus meiner Kindheit. Aber auch eine Elster wie ich verfügt über so etwas wie Berufsehre (man will ja am Ende nicht etwa als Repräsentant der Lügenpresse dastehen).

Apropos „nicht mehr alle Tassen im Schrank“: mich beschäftigt das Zeitgeschehen hier in Dresden immens, wenngleich widerwillig. Wenige Monate, nachdem ich „meinem“ Dresden so etwas wie eine Liebeserklärung machte, weiß ich nicht mehr, ob ich hier noch leben will, sollte der Kleingeist die Oberhand gewinnen. Aber diese endlosen (fruchtlosen?) Diskussionen in mein Journal zu hieven, welches doch ein Ort für gute Nachrichten sein will? Ich bringe es nicht über mich. Außerdem habe ich das Gefühl, mich auf Twitter zu diesem Thema effektiver vernetzen zu können. Wer mir folgen will: @Muyserin.

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Schwäbisches Soulfood: Kässpätzle mit Weißbier

Über die Weihnachtstage erlebte ich die schlimmste Erkältung, an die ich mich „meiner Lebtag“ erinnern kann. Bis auf Fieber nahm ich neben Halsschmerzen, dicken Mandeln, Husten vor allem einem Schnupfen, der seine eigene olympische Disziplin verdient hätte, alles mit. Dass darunter die Festtagsplanung litt, versteht sich von selbst. Die Bescherung wurde auf den Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages verlegt (so wie es die Briten tun), doch mein Mann und Söhnchen nahmen’s mit Gelassenheit, und irgendwie waren es trotz allem beschauliche Tage.

Derart zu Hausarrest verdammt, verfiel ich in einen wahren Kochrausch, wollte ich doch meine Lieben wenigstens in dieser Hinsicht verwöhnen. So kredenzte ich in den vergangenen Tagen Altbewährtes und Neuerprobtes.

Auf die heutige Premiere bin ich besonders stolz, denn jedes Familienmitglied trug zum Gelingen bei.

Für die Kässpätzle mit Weißbier hielt ich mich weitgehend an Gerhard Zislers zauberhaft altmodisches Kochbuch Köstliches aus der schwäbischen Küche, welches ich einst in einem Berliner Restaurant entdeckt hatte und mir sogleich zulegen musste.

Gerhard Zinsler, Köstliches aus der schwäbischen Küche. Komet, o. J.

Gerhard Zinsler, Köstliches aus der schwäbischen Küche. Komet, o. J.

Zinsler schreibt einleitend: „eine besondere Note bekommen diese Spätzle, wenn man Weißbier, d. h. Weizenbier mit in den Teig gibt und mit herzhaftem Bergkäse einen Auflauf daraus macht.“

Als Zwangsabstinente verfiel ich schon beim Lesen der Überschrift in einen (Freuden-)Rausch. Vom Alkohol bleibt aber allein ein mildwürziger Geschmack, der der ganzen Familie überaus mundete.

Für einen Auflauf, der locker vier Erwachsene sättigt, verrühre man 500 g Mehl, 6 Eier, 1/4 Liter Weißbier, 1 Prise Salz sowie Muskat zu einem glatten Teig. Eigentlich heißt es, Spätzleteig müsse „Blasen schlagen“. Ich hatte aber nicht mit einkalkuliert, dass das Bier beim Befüllen des Messbechers erheblich Schaum entwickeln würde, so dass ich letztlich wahrscheinlich deutlich mehr davon zum Teig kippte und dieser recht flüssig geriet. Sicherheitshalber bat ich meinen Mann, ihn mit den Knethaken des Handrührgeräts gründlich zu vermengen. Anschließend ließ ich ihn noch beinahe eine halbe Stunde ruhen, so dass er doch noch etwas dickflüssiger wurde.

Der Qualität der Spätzle tat die Konsistenz überhaupt keinen Abbruch: während ich mich ums Rotkraut (frei nach H. Davidis) kümmerte, schöpfte mein Mann Kelle um Kelle in den Einfüllschacht der sogenannten Spätzle-Hex, einer original schwäbischen Erfindung aus meiner Heimatstadt. Das Bubele drehte tapfer die Kurbel, die die Walze antrieb, welche den Teig in langen Fäden ins siedende Wasser beförderte. Eine Portion Spätzle nach der anderen wurde sodann mit der Schaumkelle aus dem Wasser gefischt, in eine Auflaufform gegeben und mit geriebenem Emmentaler und Greyerzer bestreut.

Anschließend noch alles für 10 Minuten unter den Grill, während ein paar Zwiebelringe in der Pfanne goldbraun schmälzten.

Kässpätzle mit Weißbier und Rotkraut – Swabian Soulfood.

Kässpätzle mit Weißbier und Rotkraut – Swabian Soulfood.

Ein Mittagessen wie ein Heimatfilm (minus verklemmter Sexualmoral und schlechtem Soundtrack – nur Technicolor konnte man damals anscheinend besser, als meine Kamera).

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Vierter Advent: Multikulti-Hechtzauber

Adventsgestrüpp, gesehen auf der Johann-Meyer-Straße, Hechtviertel, Dresden.

Adventsgestrüpp, gesehen auf der Johann-Meyer-Straße, Hechtviertel, Dresden.

Ein schöner, vierter Adventssonntag in familiam.

Ich darf ausschlafen. Irgendwann kommt das Bubele, ungewohnt zärtlich, zu mir ins Bett gekrochen, um zu „smusen“ und mir einen Morgenkaffee zu reichen. Einmal mehr schauen wir gemeinsam Wolfgang Slawskis witziges„Dresden-Wimmelbuch“ an (Besprechung auf DD4Kids). Das anschließende Bad muss ich mir mit einem Sporttaucher, einem Amphibien-Bagger und einem Tiefsee-Luffafisch teilen.

Gegen Mittag brechen wir zu dritt zum „Hechtzauber“ auf, dem Weihnachtsmarkt in der St. Pauli-Ruine. Das stimmungsvolle Plakat hatte mich neugierig gemacht. Unsere Hoffnung, etwas zu schnabulieren zu finden, wird nicht enttäuscht. Während das Bubele sich über eine Waffel mit Apfelmus freut, sehen wir fasziniert dabei zu, wie diese Menschen mittels eines Geräts, das an ein Sandkastenförmchen erinnert, in Sekundenschnelle eine Art Sushi To Go fabrizieren, also ein algenumhülltes Reisdreieck mit Ingwer-Rindfleisch in der Mitte, das sich Onigiri nennt (Umschreibung der DNN: „Butterstulle auf japanisch“). War mir ehrlich gesagt neu und ziemlich köstlich. Aufgrund der exquisiten Zutaten seine 2 Euro sicher wert, aber zwischen mir und meinem Mann eher etwas für den hohlen Zahn.

Außerdem ist’s in der gar nicht mehr ruinösen St-Pauli-Kirche recht kalt, so dass ich mich als Nächstes an einer orientalischen Linsensuppe wärme. Maram, die stets liebenswürdige Wirtin meines Lieblings-Palästinensers, wundert sich etwas über die wiederkehrende Frage der deutschen Weihnachtsmarkt-Besucher, ob ihre Gerichte auch ja nicht scharf seien – für sie könne es gar nicht scharf genug sein. Geht mir ja ähnlich, soange die Schärfe aromatisch ist.

Das Schärfe allein nicht genügt, erweist sich für mich beim Chili-sin-Carne-Wrap vom Dicken Schmidt (oder war’s der Falsche Hase? Mein Gedächtnis lässt mich gerade im Stich). Wuppt weder mich noch meinen Mann. Begeistert hingegen sind wir von der eher abschreckend als Eiersalat betitelten Fladenbrotfüllung. Eiersalat ist nämlich eines der wenigen Dinge, dass in mir aktive Ekelgefühle zu erzeugen vermag, so dass ich mir nicht vorstellen kann, wie die vegane Variante besser sein soll, wo das „Rebranding“ beim Chili con Carne schon nicht so recht klappen wollte. Schmeckt aber sehr gut!

Nachgefragt, was drin ist, entspinnt sich an der Theke eine lustige Variante der Stillen Post. Zwei Damen mit Ahnung sind mit Zubereiten beschäftigt und wenden mir daher den Rücken zu; ihr Kollege hat weit weniger Ahnung, macht diesen aber durch Humor wett, indem er einfach in meine Richtung ruft, was ihm an Zutaten durchgegeben wird: „Sojannaise, Kichererbsen, Pudel.“ Alles klar. Und so vegan.

Zu guter Letzt kann  ich noch einen Menschen in Augenschein nehmen, den ich bisher nur über Facebook kannte. Servus, Magnus!

Anschließend seliger Mittagsschlaf, Rumgetüddel mit Weihnachtsmusik-Probehören und schließlich Abendbrot: Feldsalat mit glasierten Honigmaronen, dazu Brot mit Avocado-Mango-Chutney-Aufstrich. Und zu guter Letzt endlich mal wieder gebloggt.

Falls wir uns vorher nicht mehr lesen, sprechen oder sehen sollten: Frohe Weihnachten!

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Henriette Davidis: „Spinat auf sächsische Art“

Spinat auf sächsische Art

Man koche den Spinat in gesalzenem Wasser mit 1 Zwiebel ab und hacke ihn mit einigen von Haut und Gräten befreiten Sardellen ganz fein, lasse Mehl in gelbgemachter Butter bräunen, rühre soviel Fleischbrühe, wie nötig ist, hinzu, lasse den Spinat darin gut durchkochen und garniere die angerichtete Schüssel […] mit Eiern.

[~ Henriette Davidis, Mutters praktisches Kochbuch: Leibgerichte für jeden Tag.*
Neuausgabe: Hg. Roland Gööck, München: 1964.]

Gestern wollte ich auf die Schnelle ein Grundrezept für Rosenkohl finden und blätterte kurz durch meine Kochbücher. Hängen blieb ich bei obigem Rezept. Nix mit „Blubb!“: dieser Spinat zeichnet sich durch die Beigabe von Sardellen sowie eine Mehlschwitze (in meiner Art zu kochen kaum noch präsent) aus.

Ist unter meinen sächsischen Lesern jemand, dem diese Art der Zubereitung ein Begriff ist, vielleicht aus der Kindheit, oder gar heute?


*Mutters praktisches Kochbuch: Leibgerichte für jeden Tag basiert ausdrücklich auf der Erstausgabe von Davidis’ Praktischen Kochbuch von 1845, das einst das deutsche Kochbuch darstellte. Das Spinatrezept fand übrigens (ohne Nennung der Quelle) auch Eingang in Dagmar Schäfers Reisen durch die Küchen von Sachsen, das erstmals 2006 erschien.

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Kleckern UND Klotzen: ein Kind und vier Sterne

Anruf in der Tourist-Info einer sächsischen Stadt, die hauptsächlich vom Tourismus lebt:

„Guten Tag, wir möchten morgen mit unserem Dreijährigen Ihr örtliches Wildgehege erkunden und hinterher einkehren. Könnten Sie mir eine Gaststätte in der Nähe empfehlen, die kinderfreundlich und preiswert ist? Also nichts Überkandideltes, vor allem.“

„Also, bei uns sind eigentlich alle Lokale gut!“ (Brüller Nummer Eins – aktuell habe ich 19 Tabs offen, und das stellt schon meine Vorauswahl dar) – “Aber das Hotel Elbsymphonie, das hat vier Sterne, das kann ich Ihnen empfehlen.“

Ah ja. Da werden Sie geholfen. Danke.

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George Clooney, Amal – und ich

Aus Träumen aufzuwachen und angesichts ihres Endes eine Schwermut zu empfinden, das kenne ich vor allem aus meinen Jugendjahren.

Damals verschlang ich fantastische Literatur – die Initialzündung war wohl die Begegnung mit Tamora Pierce’ Jugendroman-Tetralogie Die schwarze Stadt, 1985, Im Bann der Göttin, 1986, Das zerbrochene Schwert, 1987, Das Juwel der Macht, 1988. Anschließend wagte ich mich an Gillian Bradshaws Trilogie über die Ritter der Tafelrunde (Falke des Lichts; Das Königreich des Sommers; Die Krone von Camelot). Schließlich, wenig überraschend, landete ich bei Marion Zimmer Bradleys Die Nebel von Avalon. (Angesichts meines damaligen Pensums kann ich kaum glauben, dass ich heutzutage fast gar keine Bücher mehr lese.) In Deutschland wird ja über das Fantasy-Genre gerne die Nase gerümpft, aber ich wünschte mich sehnsüchtig in jene andere Welten.

Womit wir wieder im Hier und Jetzt angelangt wären, dem heutigen Morgen.

Mir träumte, ich sei der perfekten Liebe begegnet. In der ersten Hälfte des Traumes war das noch ein eher gesichtsloser, abstrakter Mann; es stand das Gefühl absoluter Sehnsucht und beiderseitigen Begehrens im Vordergrund.

Nachdem kurz vor sechs die kleine Apfelsine in meinem Uterus mächtig auf meine Blase drückte und ich kurz aufs Klo gehuscht war, fiel ich, wieder im Bett, sogleich in den Traum zurück, nur dass es diesmal George Clooney war, der mich bezaubernd fand und mir den Hof machte. Das Schöne während dieses Stadiums meines Traumes war, dass mich überhaupt keine Zweifel plagten, ob ich gegen all die weibliche Hollywood-Konkurrenz anstinken könnte. Er wollte mich, und ich genoss seine Aufmerksamkeiten. Ich tanzte für ihn auf der Straße (ich war gertenschlank und definitiv nicht schwanger).

Die zweite Hälfte kippte dann leider: George hatte mir eine Mappe zugespielt, in der er seine Interessen auflistete: Oper und das britische Königshaus (LOL!), und infolgedessen versuchte ich ihn mit meinem angelesenen Tratsch über William und Kate zu beeindrucken. Schnell merkte ich, dass ich ihn zu nerven und er mir zu entgleiten begann. Der größte Fauxpas passierte mir, als ich ihm einen Geheimtipp in einer italienischen Stadt zeigen wollte und das Theater als „masterpiece of art deco architecture“ bezeichnete, obwohl es ganz klar ein klassizistischer Bau war. Ich litt Höllenqualen. Ich spürte die Größe unserer Liebe und wollte einfach nicht loslassen.

Dann wachte ich auf. Minutenlang war ich untröstlich, dass alles nur ein Traum gewesen war.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich „in echt“ wahrscheinlich viel lieber mit Amal, der schönsten und klügsten aller Frauen, verheiratet wäre.

Dieser Videoclip vereint meine zwei liebsten Themen: eine Powerfrau, die sich mit Kunstgeschichte auskennt. Fast so gut wie mein Traum letzte Nacht.

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