Henriette Davidis: „Spinat auf sächsische Art“

Spinat auf sächsische Art

Man koche den Spinat in gesalzenem Wasser mit 1 Zwiebel ab und hacke ihn mit einigen von Haut und Gräten befreiten Sardellen ganz fein, lasse Mehl in gelbgemachter Butter bräunen, rühre soviel Fleischbrühe, wie nötig ist, hinzu, lasse den Spinat darin gut durchkochen und garniere die angerichtete Schüssel […] mit Eiern.

[~ Henriette Davidis, Mutters praktisches Kochbuch: Leibgerichte für jeden Tag.*
Neuausgabe: Hg. Roland Gööck, München: 1964.]

Gestern wollte ich auf die Schnelle ein Grundrezept für Rosenkohl finden und blätterte kurz durch meine Kochbücher. Hängen blieb ich bei obigem Rezept. Nix mit „Blubb!“: dieser Spinat zeichnet sich durch die Beigabe von Sardellen sowie eine Mehlschwitze (in meiner Art zu kochen kaum noch präsent) aus.

Ist unter meinen sächsischen Lesern jemand, dem diese Art der Zubereitung ein Begriff ist, vielleicht aus der Kindheit, oder gar heute?


*Mutters praktisches Kochbuch: Leibgerichte für jeden Tag basiert ausdrücklich auf der Erstausgabe von Davidis’ Praktischen Kochbuch von 1845, das einst das deutsche Kochbuch darstellte. Das Spinatrezept fand übrigens (ohne Nennung der Quelle) auch Eingang in Dagmar Schäfers Reisen durch die Küchen von Sachsen, das erstmals 2006 erschien.

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Kleckern UND Klotzen: ein Kind und vier Sterne

Anruf in der Tourist-Info einer sächsischen Stadt, die hauptsächlich vom Tourismus lebt:

„Guten Tag, wir möchten morgen mit unserem Dreijährigen Ihr örtliches Wildgehege erkunden und hinterher einkehren. Könnten Sie mir eine Gaststätte in der Nähe empfehlen, die kinderfreundlich und preiswert ist? Also nichts Überkandideltes, vor allem.“

„Also, bei uns sind eigentlich alle Lokale gut!“ (Brüller Nummer Eins – aktuell habe ich 19 Tabs offen, und das stellt schon meine Vorauswahl dar) – “Aber das Hotel Elbsymphonie, das hat vier Sterne, das kann ich Ihnen empfehlen.“

Ah ja. Da werden Sie geholfen. Danke.

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George Clooney, Amal – und ich

Aus Träumen aufzuwachen und angesichts ihres Endes eine Schwermut zu empfinden, das kenne ich vor allem aus meinen Jugendjahren.

Damals verschlang ich fantastische Literatur – die Initialzündung war wohl die Begegnung mit Tamora Pierce’ Jugendroman-Tetralogie Die schwarze Stadt, 1985, Im Bann der Göttin, 1986, Das zerbrochene Schwert, 1987, Das Juwel der Macht, 1988. Anschließend wagte ich mich an Gillian Bradshaws Trilogie über die Ritter der Tafelrunde (Falke des Lichts; Das Königreich des Sommers; Die Krone von Camelot). Schließlich, wenig überraschend, landete ich bei Marion Zimmer Bradleys Die Nebel von Avalon. (Angesichts meines damaligen Pensums kann ich kaum glauben, dass ich heutzutage fast gar keine Bücher mehr lese.) In Deutschland wird ja über das Fantasy-Genre gerne die Nase gerümpft, aber ich wünschte mich sehnsüchtig in jene andere Welten.

Womit wir wieder im Hier und Jetzt angelangt wären, dem heutigen Morgen.

Mir träumte, ich sei der perfekten Liebe begegnet. In der ersten Hälfte des Traumes war das noch ein eher gesichtsloser, abstrakter Mann; es stand das Gefühl absoluter Sehnsucht und beiderseitigen Begehrens im Vordergrund.

Nachdem kurz vor sechs die kleine Apfelsine in meinem Uterus mächtig auf meine Blase drückte und ich kurz aufs Klo gehuscht war, fiel ich, wieder im Bett, sogleich in den Traum zurück, nur dass es diesmal George Clooney war, der mich bezaubernd fand und mir den Hof machte. Das Schöne während dieses Stadiums meines Traumes war, dass mich überhaupt keine Zweifel plagten, ob ich gegen all die weibliche Hollywood-Konkurrenz anstinken könnte. Er wollte mich, und ich genoss seine Aufmerksamkeiten. Ich tanzte für ihn auf der Straße (ich war gertenschlank und definitiv nicht schwanger).

Die zweite Hälfte kippte dann leider: George hatte mir eine Mappe zugespielt, in der er seine Interessen auflistete: Oper und das britische Königshaus (LOL!), und infolgedessen versuchte ich ihn mit meinem angelesenen Tratsch über William und Kate zu beeindrucken. Schnell merkte ich, dass ich ihn zu nerven und er mir zu entgleiten begann. Der größte Fauxpas passierte mir, als ich ihm einen Geheimtipp in einer italienischen Stadt zeigen wollte und das Theater als „masterpiece of art deco architecture“ bezeichnete, obwohl es ganz klar ein klassizistischer Bau war. Ich litt Höllenqualen. Ich spürte die Größe unserer Liebe und wollte einfach nicht loslassen.

Dann wachte ich auf. Minutenlang war ich untröstlich, dass alles nur ein Traum gewesen war.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich „in echt“ wahrscheinlich viel lieber mit Amal, der schönsten und klügsten aller Frauen, verheiratet wäre.

Dieser Videoclip vereint meine zwei liebsten Themen: eine Powerfrau, die sich mit Kunstgeschichte auskennt. Fast so gut wie mein Traum letzte Nacht.

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Zwanzig Jahre Dresden – mein subjektiver Rückblick auf die Frage, „Was hat Dich in den Osten verschlagen?“

„Was willst Du denn da? Da gibt es doch nichts!?“. Das war, ungelogen, die Standardreaktion meiner Klassenkameraden, wann immer die Sprache auf meine künftige Studienplatzwahl kam. „Da“ – das war Ostdeutschland; in ihren Augen hätte es ebenso gut Sibirien sein können. Rückblickend glaube ich, unser gymnasialer Geschichts- und Geografieunterricht wäre ausbaufähig gewesen.

Am 3. Oktober 2014 jährte sich der Tag, an dem ich des Studiums wegen nach Dresden übersiedelte, zum 20. Mal. Mit ein paar zusammengewürfelten Kochutensilien bezog ich ein Wohnheims-Doppelzimmer im frisch sanierten Max-Kade-Haus in der Südvorstadt.

Wie oft bekam ich in jenen Jahren die Frage zu hören: „Was hat Dich in den Osten verschlagen?“. Ich begann, diese Formulierung zu hassen und die, welche sie gedankenlos gebrauchten, zu verachten. Bald sparte ich mir die Wahrheit (dass es eine bewusste Entscheidung für die Studienbedingungen vor Ort gewesen war) und antwortete stattdessen mit todernster Miene: „Genosse Stalins Arm reicht weit.“

The summer of 1994.

Mein erster Dresden-Besuch anno 1994: krank und mit Astronautennahrung.

„Da gibt es doch nichts!“? – Wie ein Foto meines ersten Dresden-Besuch anlässlich der Aufnahmeprüfung für das Fach Kunstgeschichte im vorausgegangenen Sommer zeigt, gab es zumindest bereits Fast Food. Noch während dieses Aufenthaltes entwickelte ich hohes Fieber und konnte die Stadt kaum in Augenschein nehmen.

So blieb gerade mal Zeit für die Frauenkirchenruine, von der aus ich und mein damaliger Freund uns in völliger Planlosigkeit zur Elbe durchfragen (!) mussten, sowie einen nächtlichen Spaziergang entlang des gegenüberliegenden Ufers. Halb peinlich berührt, halb staunend wurden wir Zeuge, wie ein Pärchen auf einer der Bänke entlang der Elbe im Mondschein kopulierte, und wahrscheinlich war es dieses Gefühl – „Boa ey, Großstadt!“ –, das meinen Entschluss, hierher auszuwandern, unterfütterte.

Außer dem obigen Foto existieren von der damaligen Erkundigungsreise zwei weitere Aufnahmen: An der Yenidze waren wir wohl zufällig vorbeigefahren, und ich hoffte, sie dereinst in alter Pracht bewundern zu können:

Auf dem nächsten Bild erkenne ich mich an einem Ort, den ich bis heute nicht sicher identifizieren kann. Irgendwo Nähe August-Bebel-Straße? (Ein Facebook-Follower wusste des Rätsels Lösung: „Das Straßenfoto zeigt im Hintergrund die Mauern des Heinz-Steyer-Stadions, also gleich bei der Yenidze.“ – Danke, Alexander!)

Meine Dresden-Kenntnisse sollten sich im ersten Jahr nicht sonderlich vertiefen, denn mein damaliger Freund, mit dem ich seit der 11. Klasse „ging“, studierte am Bodensee, und so lernte ich im ersten Studienjahr dank des neu eingeführten Schönes-Wochenende-Tickets vor allem die Bahnhöfe auf der Strecke Dresden – Konstanz kennen: Chemnitz, Reichenbach, Plauen. Die Ostdeutschen mochten von diesen Bahnhöfen in die Freiheit aufgebrochen sein; ein halbes Jahrzehnt nach der Wende schien die DDR an ebenjenen Bahnhöfen noch immer enttäuscht auf die Rückkehr ihrer Bürger zu warten. Geruch, Service, Angebot: Nirgendwo blieb in meiner Wahrnehmung das DDR-Feeling virulenter, als während meiner stundenlangen Zwangsaufenthalte in diesen Bahnhofshallen.

Meine Neugierde auf Dresden wurde eigentlich erst in einem Proseminar geweckt, für welches das Institut für Kunstgeschichte Angestellte des Amt für Kultur und Denkmalschutz als Dozenten einlud. Es ist peinlich, wie lange ich da bereits in Dresden gelebt hatte, ohne auch nur eine ungefähre Vorstellung von der Stadt zu besitzen. Noch heute kann es geschehen, dass ich Plätze wieder entdecke, die ich vor fast zwei Jahrzehnten im Rahmen dieser Lehrveranstaltung kennengelernt und prompt wieder vergessen hatte.

Nun wohne ich also zwanzig Jahre hier, habe nacheinander die Südvorstadt und Strehlen, die Prager Straße, Karstadt, den Weißen Hirsch, das Preußische Viertel, IKEA Chemnitz, die Äußere Neustadt, das Hechtviertel, IKEA Dresden, Pieschen und zuletzt die Innere Neustadt kennengelernt. (Wie man sich in Striesen zurechtfinden soll, ist mir bis heute verborgen geblieben.)

Bin ich eine Dresdnerin? Natürlich bin ich hier gemeldet. Mein Sohn ist Dresdner. Mein Mann ist nicht hierzulande geboren, aber in dieser Stadt, unter den Fittichen des Kreuzchores, aufgewachsen. Ich wohne hier. Mein Leben spielt sich hier ab. Ein Rest Fremdheit ist geblieben. Ich mache daraus keinen Hehl. Ich finde, das ist gut so. Fremdsein heißt immer auch, die Dinge mit anderen Augen betrachten zu können.

Trotzdem und gerade deswegen hoffe ich, dass dieses kleine, zuletzt seltener gepflegte Journal den einen oder anderen Beitrag bereit hält, der meine Wertschätzung, meine Begeisterung und auch meine Liebe für diese Stadt, für ihre Menschen, Orte und Eigenarten zum Ausdruck bringt.

Ach ja: wenn alles gut geht, werde ich „’Rei’g’schmeckte“ im nächsten Frühjahr der Stadt Dresden einen weiteren gebürtigen Dresdner unterjubeln. Ätsch und freu!

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Taillierte Sakkos und andere Playlisten auf Radio David Byrne

Bewusstes Musikhören ist durch die Elternschaft sehr in den Hintergrund gerückt; ich schaffe es kaum noch, die CD-Veröffentlichungen neuer oder mir lieb gewordener Künstler zu verfolgen. Gerade deshalb sind die regelmäßig wechselnden Playlisten, in denen Musikveteran David Byrne alles verwurschtet, was ihm bei seinen zahlreichen Touren unterkommt, eine unerschöpfliche Fundgrube für mich. Egal ob Weltmusik von Samba bis Tango, ob Indie, Gospel, oder einfach unter herrlich ironischen Titeln wie „Background Music for Thanksgiving Hell“  Zusammengeworfenes – David Byrne scheint sich nimmersatt durch die Musikwelt zu hören, und seine Auswahl verrät seine enzyklopädischen Kenntnisse sowie sein gutes Ohr.

Unter der klugen Überschrift Custom Jackets, Now and Then (maßgeschneiderte Sakkos, damals und heute), die wohl auf die fantasievollen, taillierten Damensakkos anspielt, mit denen die Country-Frauen zugleich Weiblichkeit signalisieren, während sie innerhalb dieses Genres mühelos „ihren Mann stehen“, beschreibt Byrne seine aktuelle Playlist so:

„Here’s a selection of women—who have been tainted or touched by country music—making wonderful songs and recordings. Mostly, I hear the influence of country music from before country acts went all pop and rock—now everyone swapped places, just a little. Some of these folks do come from Nashville, but many others have nothing to do with Music City USA whatsoever…but it seems to me they must have absorbed just a little of that influence somewhere along the line, in the blood or in the air.

David Byrne
NYC“*

Melancholisch, ohne ins Depressive zu verfallen sowie beschwingt, ohne Sehnsucht nach dem Sommer zu wecken, höre ich den gut dreistündigen Stream mit ca. 55 Songs beinahe in Endlosschleife. Eine Empfehlung! Die Playlisten vergangener Monate kann man sich übrigens weiterhin ansehen – sie werden nur nicht mehr gestreamed.

So kann ich ziemlich genau rekonstruieren, dass ich „Radio David Byrne“ wohl vor fünf Jahren entdeckt haben muss, denn an den damaligen „Soundtrack for a European Tour“ erinnere ich mich sehr gut. Viele der dort aufgeführten Künstler (Antony & The Johnsons, Hercules and Love Affair, Fever Ray, Bon Iver) kannte ich noch gar nicht; heute zählen sie zu meinen Lieblingen.


*Dies ist eine Auswahl von Frauen, die alle mit Country-Musik in Berührung gekommen sind und wunderbare Songs und Aufnahmen geschaffen haben. Ich höre im Wesentlichen den Einfluss des Country aus jener Zeit, ehe viele Country-Musiker sich Pop und Rock zuwandten – heutzutage scheinen alle in gewisser Hinsicht die Plätze getauscht zu haben. Manche dieser Leute kommen aus Nashville, aber Viele haben mit der „Music City USA“ (wie Nashville auch genannt wird) überhaupt nichts zu tun … Mir scheint jedoch, dass Viele irgendwo auf ihrem Weg die Einflüsse dieser Stadt in sich aufgesogen haben, sei es über die Luft oder übers Blut. [Meine Übersetzung.]
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„Eines der besten Cafés Deutschlands!“

Meine Mutter ist mal wieder zu Besuch. Ich schlage ihr vor, sich anzusehen, wie die Pillnitzer Kamelie ihr Winterquartier bezieht.

(Davon erfuhr ich aus der Lokalpresse. Schade, dass sich die Öffentlichkeitsarbeit ebenfalls bereits in den Winterschlaf verabschiedet zu haben scheint – das Ereignis fand weder auf der offiziellen Seite von Schloss & Park Pillnitz noch auf der Unterseite über die Kamelie selbst Erwähnung.)

Abends fällt meiner Mutter ein: „Oh, ich hatte uns allen doch noch Kuchen mitgebracht – von einem der besten Cafés Deutschlands.“ Erwartungsfroh sieht sie mich an, als müsse ich sofort wissen, wovon sie redet, aber ich bringe nur ein mitteleloquentes „Hä?“ zustande. „WIPPLER!“, fällt es ihr schließlich ein. Nun, wenn das so in Schwaben kolportiert wird, dann muss was dran sein. Rhabarber und Pflaume vom Blech haben mir diesen Post jedenfalls versüßt.

Die Cosel im Café …

Die Cosel im Café …

Übrigens: wenn ich Schloss und Park Pillnitz besuche, mache ich’s wie die Coseln und kehre im Imbiss am Schlossparkplatz ein. Die Suppen sind habhaft, die Kuchenstücke sind riesig (und gut), und trotz Massenbetrieb geht es immer freundlich zu.

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Kindesmisshandlung – wie soll man konkret reagieren?

Lustige Spielsachen, ernstes Thema: Google-Doodle zum Weltkindertag 2014

Das gestrige Google Doodle galt dem heutigen Weltkindertag 2014.

Ich möchte das zum Anlass nehmen, über einen Vorfall aus meinem Leben zu schreiben, der sich Anfang des Jahres ereignete, und damit die Frage verknüpfen, wie eine angemessene Reaktion aussehen könnte, wenn man Zeuge von Kindesmisshandlung wird. Weiterlesen

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Grillgefährt(en) am Elbufer

Es ist einer dieser wunderschönen Spätsommernachmittage. Mein Mann und ich holen gemeinsam das Bubele von der Tagesmutter ab. Eisessen im Rosengarten, Ballspielen auf den Elbwiesen. Irgendwann erreichen wir die Baumgruppe unterhalb des Diako. Ich setze mich aufs Gras zwischen den Bäumen, genieße das gewaltige und doch sanfte Rauschen der Blätter über mir.

WTF?

Hinter meinem Rücken erklingt Musik. Doch die Prozession, die mit Kugelgrill und Boxenwagen anrollt, chantet keine Hare-Krishna-Hymnen. Nein, Metal muss es sein fürs Grillerchen. Und als Ort hat man sich einen Fleck keine zehn Meter von mir auserkoren.

Grillgefährt(en).

Grillgefährt(en).

Die vollkommene Abwesenheit von Feingefühl innerhalb dieser Gruppe – etwa der Gedanke, dass man ein paar Meter weiter ziehen könnte, oder dass die eigene Musik Leute, die hier der Ruhe wegen hergekommen sind, stören könnte – fasziniert mich. Am skurrilsten aber dieses Grillgefährt.

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Tag des offenen Denkmals 2014: Villa, Großenhainer Straße

Flur der Villa, Großenhainer Straße.

Flur der Villa, Großenhainer Straße.

Letztes Jahr war es mir nicht gelungen, anlässlich des Tag des offenen Denkmals eine Besichtigung jener Villa auf der Großenhainer Straße zu vereinbaren, deren Wiedererstehen ich von Anfang an neugierig verfolgt hatte.

Dresdner Wohnweise (wenn man sie sich denn leisten kann).

Dresdner Wohnweise (wenn man sie sich denn leisten kann).

Inzwischen wird die Villa als Ausstellungsraum für gehobenes Wohndesign genutzt.

Herrenzimmer (das weibliche Pendant war – na? magentafarben ausgestattet).

Herrenzimmer (das weibliche Pendant war – na? magentafarben ausgestattet).

Die schicken Kochinseln und saubequemen Luxussofas (noch nie schienen mir 13.000 Euro eine dermaßen plausible Ausgabe, wie in dem Moment, als mein Hintern in das Möbel aus Vintage-Leder sank) ließen das eigentliche Denkmal etwas in den Hintergrund treten.

Hell dank Hydra, muscheububu dank Medusa …

Hell dank Hydra, muscheububu dank Medusa …

Der Rest des Tages war regnerisch, und meine Lust, mir noch das Sachsenbad anzusehen, vergangen.

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Zur Schmiede – Mittagstisch im Hechtviertel

Fragt man im Hechtviertel nach einem Tipp für eine günstige Mittagskarte, fällt der Name Zur Schmiede garantiert. Deren Sitzgelegenheiten vor dem Haus und der Gastraum selbst sind gut frequentiert.

Die Portionen am Testtag waren reichlich. Das Essen? Für manche Leute (lies: Männer) liegt die Priorität wohl darin, satt zu werden …

Ratatouille mit Spirelli, Parmesan und Petersiliengewächs.

Ratatouille mit Spirelli, Parmesan und Petersiliengewächs.

… ich hingegen mag meine Nudeln gerne gesalzen und mit Biss.

Geschnetzeltes in Senfsauce mit Pommes.

Geschnetzeltes in Senfsauce mit Pommes.

Fleisch gab’s reichlich. Mein Mann war’s zufrieden.

Ich möchte wirklich nicht unfair sein. Der Service war freundlich und schnell. Der Laden hat einen guten Ruf, und ich gönne ihm sein Stammpublikum. Wegen der Küche muss ich da aber nicht nochmal hin. Die Geschmäcker sind, so erweist sich einmal mehr, verschieden.

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