BRB: Dreipass mit Dame

Fassadenschmuck nahe dem Molkenmarkt.

Fassadenschmuck nahe dem Molkenmarkt.

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BRB: Savoir Vivre unter Segelfliegern

Mein dritter Tag in Brandenburg beginnt wieder mit dicker, grauer Suppe vor dem Fenster. Der Wetterbericht am Tag meines Aufbruchs in diesen Kurzurlaub ließ nichts davon erahnen, dass es die nächsten Tage abwechselnd schwül, bedeckt und regnerisch sein würde.

In den letzten beiden Tagen erkundete ich die Stadt zu Fuß – ohne Baedeker oder Touri-App, dafür einen Kinderwagen schiebend und den Tag einfach auf mich und das Bubele zukommen lassend. Und diese Stadt hat mit ihrem Charme und ihren netten Bewohnern mein Herz trotz des Schietwetters erobert. Auch wenn dieser Aufenthalt seine Tücken haben mag, ist eine Wiederkehr anlässlich der BuGa 2015 für mich beschlossene Sache. Schon jetzt geht dem Ereignis Geschäftigkeit an allen Ecken voraus:

Wer sich für Architektur interessiert, kommt hier aus dem Entdecken, Gucken, Staunen und Genießen nicht mehr heraus. Straßenzüge mit Fassaden von Gotik über Renaissance, Barock, Klassizismus, Gründerzeit, Jugendstil – und, extra für mich, ganz viel Bauhaus.

Ich würde liebend gerne eine Auswahl all der Fotos veröffentlichen, die ich in den letzten Tagen nonstop schoss. Aber leider sind es 300 Bilder mit grauem Himmel und Regentropfen-Effekt, die zwar als Erinnerungsfotos für mich taugen, aber sehr wenig von der Schönheit, dem Abwechslungsreichtum und den Aufenthaltsqualitäten der Stadt offenbaren, wie sie mir allerorten begegnen.

Apropos: eine schöne Begegnung ereignete sich gestern auf dem Molkenmarkt, als ich auf der Suche nach einem Geschenk für meine Gastgeberinnen einen Feinkostladen ansteuerte. Vor dem Geschäft sah ich diese beiden Herren sitzen:

Segelflieger.

Segelflieger.

Irgend etwas an dem Bild, das sich mir bot, strahlte Lässigkeit aus – waren es die Beiden selbst, die Buddel Rum, die zur Mittagszeit neben den Kaffeetassen stand, oder war es eine Kombination von allem?

Wie sich herausstellte, waren die Beiden anlässlich eines Segelflieger-Treffens in der Stadt: der Eine flog, der Andere schleppte hoch. Beide aus der Region Leipzig, wobei mich der Akzent des Einen irritierte. Als Schwäbin erkennt man eben auch die benachbarten Elsässer, selbst wenn sie sich wie ich selbst als Sachsen tarnen.

Und dann gibt es hier ja auch noch den „Verwaltungsmann mit Charme“:

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BRB: Lackschwester

#Realsatire: Lackschwester.

#Realsatire: Lackschwester.


(Ich bin für ein paar Tage in Brandenburg. BRB.)

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50 Shades of Schwarzweißmalerei


*Big fat fucking grin*. Schon der Trailer ist dermaßen abgedroschen. Popcorn-Porno. Mein Vorschlag: ansehen und sich hinterher einmal mehr über Secretary freuen …

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Auf Kurzbesuch in Wilsdruff

Wilsdruffer Rathaus am Marktplatz.

Wilsdruffer Rathaus am Marktplatz.

Mit dem RB 424 um 16.15 Uhr ab Hauptbahnhof, 17.45 Uhr ab Wilsdruff Markt zurück nach Dresden: zwecks Vorbereitung einer Rede, die ich morgen vor geneigtem Publikum halten werde, unternahm ich heute einen kurzen Ausflug nach Wilsdruff.

Anderthalb Stunden, die kontrastreicher nicht hätten sein können: Unwetter auf der Hin-, Eisessen im Sonnenschein kurz vor der Rückfahrt. Hochgeklappte Bürgersteige im menschenleeren Stadtzentrum, engelsgleiche Live-Musik an meiner Arbeitsstätte.

Denn während ich die erst gestern aufgebaute Ausstellung Lebens(k)reise des Leipziger Künstlers Detlev Kluttig erstmals in Augenschein nahm und mit dem Fotoapparat Gedächtnisstützen für meine Rede anfertigte, probte zeitgleich das Alte-Musik-Ensemble Polyharmonique für ein Konzert, so dass meine Arbeit mit himmlisch anmutenden Klängen untermalt war.

Auf dem Rückweg hatte ich Muße, ein paar der alten (und jüngeren) Ladenbeschriftungen wahrzunehmen:

„1923 – im Notjahre kostete das 4 lb Brot 840 Milliarden D.M.“

„1923 – im Notjahre kostete das 4 lb Brot 840 Milliarden D.M.“

Das da unten, das ist der Double-Whammy-Pasch der Deppenapostrophen.

Ganz unten, das ist der Double-Whammy-Pasch der Deppenapostrophen.

Überhaupt scheint der Wilsdruffer gerne festzuhalten, wo man sich gerade befindet:

Torhaus 1927.

Torhaus 1927.

Als ungewöhnlich empfand ich, vor einem alten Bauernhaus einen Gingko vorzufinden:

Keinen Reim konnte ich mir darauf machen, in einem Brunnen einen Baum ans Licht streben zu sehen, ohne dass die Stadtväter mit dessen natürlichem Treiben Erbarmen zeigen würden:

Hoffentlich kein schlechtes Omen für Morgen …

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Kuchentag

Vorbemerkung: Eigentlich wollte ich nur das Foto veröffentlichen, eine Art Momentaufnahme meines Tages. Doch der Ort, an dem es entstand, weckte Assoziationen und regte mich zu ein paar Überlegungen über unsere Zeit und den Umgang mit Altem an.

Später Vormittag in einem mir nicht sonderlich vertrauten Stadtteil. Ich habe nicht gefrühstückt; mir ist flau.

Die kleine Ladenzeile, welche die Gegend versorgt, liegt ein paar Fußminuten entfernt. In einer Seitenstraße mit Gründerzeit-Mietskasernen und Bauhaus-Wohnblöcken befindet sich – seit Generationen, sicherlich – eine kleine Bäckerei. In einem Regal hinter der Theke stehen fünf oder sechs Sorten Kaffee (kein Bio-, kein Fairtrade-), daneben eine kleine Selektion an Zigarettenschachteln und Feuerzeugen.

Die freundliche Verkäuferin bemerkt, dass die Auslage mich wenig anmacht, und verweist stolz darauf, dass heute „Kuchentag“ sei. Sie zeigt auf einen Rollwagen, über und über mit Holzbrettern gefüllt, auf denen sich allerlei Blechkuchen stapeln.

„Kuchentag. Jedes Stück Blechkuchen 0,60€. Es lohnt sich!“

„Kuchentag. Jedes Stück Blechkuchen 0,60€. Es lohnt sich!“

Was für ein Anblick! Weiterlesen

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Enno (1945–2014)

Ein Mensch, der sich nie entfalten konnte, weil er nicht erkannt wurde. Sein Tod macht mich nicht traurig, sein Leben schon. Requiescat in pace.

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Frauenporträts aus 500 Jahren

Ich bette ja eher selten fremde Inhalte auf meinem Blog ein (schon gar nicht, wenn sie fünf Jahre alt sind), aber bei diesem Film konnte ich nicht widerstehen: „500 Years of Female Portraits in Western Art“.

[Via Robert aus Dresden.]

Übrigens auch hervorragend als Bestimmübung geeignet!

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Ausstellung „Doppelkopf“ von Sophia Schama und Maix Mayer im Interimsquartier der Sächsischen Akademie der Künste

Mittagessen fiel aus Gründen aus; stattdessen machte ich einen Katzensprung hinüber zum Palaisplatz, wo heute das Interimsquartier der Sächsischen Akademie der Künste eröffnet wurde.

Ein eigens engagiertes Blechbläserquartett hatte mich noch in meinem Büro an den Termin erinnert: es gibt doch nichts, was einen effektiver auffordert, endlich die Computerkiste auszumachen, als ein paar Salven Barockmusik, die durchs Barockviertel schmettern.

Gemälde von Sophia Schama im Foyer des Interimsquartiers der Sächsischen Akademie der Künste.

Gemälde von Sophia Schama im Foyer des Interimsquartiers der Sächsischen Akademie der Künste.

In den Fluren der Akademie hängt zur Zeit eine „Doppelkopf“ betitelte Ausstellung zweier Akademiemitglieder. Gemälde Sophia Schamas (welche mir aus meiner langjährigen Tätigkeit für das Büro für Kunst, ehemals büro für kunst, bestens bekannt ist) werden Fotografien Maix Mayers gegenüberstellt, die eine Reihe futuristischer Architekturen aus den, ich tippe mal, Sechziger Jahren abbilden.

Besonders ein großformatiges Bild (für das der Künstler sogar die Tapete im Hintergrund bestimmte, deren Muster einen solchen Bau in stilisierter Form seriell wiederholt) gefiel mir sehr gut:

Zwei Fotografien Maix Mayers (leider ohne Bildlegende; daher keine weiteren Informationen verfügbar).

Zwei Fotografien Maix Mayers (leider ohne Bildlegende; daher keine weiteren Informationen verfügbar).

Wenn ich es richtig verstanden habe, stammen die Arbeiten aus dem Buch Die vergessenen Orte der Arbeit, welches man sich (coole Sache, das!) in Gänze auch als PDF im Internet ansehen und herunterladen kann. Sehr sehenswert.

Insgesamt also eine interessante kleine Ausstellung.

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Ash-e Anar: Persischer Granatapfeleintopf

Wir haben den 25. Juni und meine Heizung im Büro steht auf Stufe 5! Das da draußen: das ist kein Schlechtwetter, das ist Winter!

Wie gut, dass es in der Suppenbar nahe meines Büros heute so eine köstliche Suppe gab:

Ash-e Anar (persischer Granatapfeleintopf) mit Rinderhack, roten Linsen, angebratener Minze und Reis.

Ash-e Anar (persischer Granatapfeleintopf) mit Rinderhack, roten Linsen, angebratener Minze und Reis.

Das ist das zweite Mal, dass ich in der Löffelbar mein Mittagessen geholt habe, und beide Male waren es ungewöhnliche und schmackhafte Eintöpfe. Bestimmt nicht mein letztes Mal …

Übrigens, Suppen genießen in der persischen Küche hohe Wertschätzung. Wer wissen will, wie schön dekoriert diese serviert werden, folge dem Link „Ash, an Iranian thick soup“.

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